47 | Was wird aus mir?

Andere, die brechen gut gerüstet und stetig
in die Zukunft der Apokalypse auf.
Sitz nur ich da und frag mich,
dürfen die das ohne mich denn überhaupt?

Was soll ich tun?
Wer kann ich werden?
Bin ich mit schrumpfenden Einssiebenundsechzig
nicht mehr mit von der Partie?

Sagt mir bitte, was soll ich werden,
damit ich hinaus kann, so wie sie?
Gerade erst neulich bemühte ich mich wirklich,
doch andere träumen anders.

Ich sehe so viele Menschen hungern.
Am Ende gewinnt die Bestattungsindustrie.
Das werde ich vorerst quicklebendig verhindern,
denn ich bin schlauer als sie.

46 | Traum und Wirklichkeit



Die Gastfreundschaft der Nomaden

erfreute mich schon oft.

Ich lud sie in mein Zelt ein

und war bei ihnen zu Gast.



In sternenklaren, frostkalten Nächten,
ob es Tee oder Hunger war,
was wir teilten
– wir tauschten höflich Geschichten,

die manchmal gut dagegen waren.



Am Morgen in der Wüste,

denke ich an die Oasen

auf meinem staubigen Weg.


Ich pflücke eine Feder

vom Daunenkissen

und stecke sie in mein Haar,

greife nach der Uhr,

die neben dem Bett 

auf dem Hocker liegt,

während meine Gedanken

bei einem entfernten Wanderer sind
und hoffe, dass er unsere Hochzeit
morgen nicht versäumt.