25 | Sonnabend

Vom KAU am sumpfgrünen Band des Kanals entlang.
Einen kleinen Sojacappuccino aus dem Café Plan.
Man sucht den Weg im Licht,
auch wenn einem dort allzu viel entgegen geht.

Unter den Eichen wechselt man die Strassenseite
und wird auf dem Pfad durch die Villen zur Bushalte geleitet.
Schon sind zwei Stunden um.
Auf dem Heimweg steht der Bus sehr lange im Stau herum.

24 | Nach Büroschluß

Es ist Freitag und das Büro schliesst um vier.
Noch am hellen Tag tritt man vor die Tür.
Das Essen mit Dir verschieben wir auf übermorgen,
da kannst Du länger und wir müssen uns nicht um das Ende sorgen.

Verstaue schon das Telefon in der Manteltasche.
An der Ampel warte ich auf grün,
dann kann ich hinüber gehen.

Zwar habe ich Lust auf rosenrote Rhababerschorle in der Flasche,
doch schon laß ich sie in der Auslage vorüberziehen.
Das spart ein paar Frühjahrskalorien.
Werde aber welche zu unserem Essen nehmen.

Unter der Sohle des linken Fusses
drückt ein spitzes Stück Splitt
und so schmerzt der Weg auf dem Granit.
Schön – wenn man zuhaus das Stiefelchen auszieht.

22 | Abend

Eingeschlagen in den dunkelblauen Satin
des Nachthimmels schwebt der zitronengelbe Mond
hoch über unseren Köpfen.
Ein lauer Wind weht milde Abendluft heran.

Das steinerne Pflaster aus Granit
zittert unter unseren Schritten.
Wir horchen auf der Amseln keckernden Gesang
am Bahndamm unter der gequerten Brücke.

Ein Band aus Eisen führt darunter zum Horizont entlang.
Der Weg darüber verliert sich
in der Strassenenge.
Der Park steht düster am steilen Hang.

19 | Im Dunst

Gnädig umwölkt milchweisser Nebel
den düsteren Pfad;
der eben bitter vor mir lag.
Was grell und laut
wird aufgelöst und silbrig
im Dunst gemildert.
Magisch zart erscheint mir Dein Gesicht
im gestreuten Licht.
Die Flammen Deiner Locken
züngeln rot im hellen Batist
der seideweichen Schleier.
Ich atme sacht,
um Dein Bild nicht zu vertreiben.

18 | Traumreich

Nur in meinem Traumreich
bin ich wirklich wach.
Da segnet mich ein bunter Tag
und Glück vom Anfang bis zum Ende.

Ich träume oft,
– wie ich Dein Herz befreie,
– wie Du Dich zärtlich
an mich schmiegst,
– wie nichts so wichtig,
wie ein liebes Lied
und schmelzend zarte Küsse.

Meine Träume strahlen zart
in jeden schalen Tag
und runden ab, was hart,
zu samtigweichen Stunden.

16 | Zaubertränke

Eine dunkler Schatten umwölkt
Deine blasse Stirn.
Der verwunschene Ruf eines Käuzchens
klingt von fern.

Mein warmer Mantel
reicht nicht an Dich heran,
so dass ich Dich
nicht bergen kann.

Du stehst verloren
hinter einer gläsernen Wand.
Ich sehe Dich am anderen Ende
eines langen, leeren Gangs.

Vergeblich strecke ich
Dir die Hand entgegen.
Die Zaubertränke versteinern
in Deiner Miene das Leben.