Gibt es noch “Hexenprozesse”? Mobbing, Intriganz

So im Nachgang bin ich schon schockiert, wie mit mir umgesprungen wurde. Was sind das für Chefs, die zulassen, dass einer Frau einige Tage vor ihrem 60. Geburtstag der Stuhl vor die Tür gestellt wird – kurz vor Abschluß der Probezeit –, weil andere Mitarbeiter ihre Vorgängerin zurückhaben wollen, die das Unternehmen verlassen hat, weil sie nicht mehr dort arbeiten wollte und diese es sich plötzlich anders überlegt hat? Wieso läßt der sich das bieten?

Ich hatte von Anfang an mit offenen Karten gespielt und schon im Einstellungsgespräch erzählt, daß ich einen Behindertenstatus von 60% habe. Trotzdem habe ich die gleiche Leistung, wie meine junge Kollegin (die das Unternehmen leider Richtung Sorbonne verläßt) abgeliefert. Zwischen 0,67% (in den Ferien) und 0,89% vom Gesamtumsatz täglich, außer sonnabends, der Tag an dem Berufstätige für die Woche einkaufen. Es ist eine richtige Sauerei, dass das Verhalten dieser “Menschen” zum Erfolg führte. Ein Unding. Soviel zur sozialen Verantwortung von Unternehmern.

Nicht anders wurde mit den sogenannten “Hexen” verfahren. Sie wurden auf den Scheiterhaufen gesetzt, weil sie irgendwem im Weg waren.

So schnell sind alle Pläne durchkreuzt

In der Hackordnung “rausgekickt” – “Und wenn Frau R. jetzt rausgekickt wird, geht’s ja wieder auf.” Die Vorgängerin will zurück auf den Job, ihre Kumpaninnen im Betrieb weigern sich, mit einem zusammenzuarbeiten. Vier Wochen vor Ablauf der Probezeit wird gekündigt. Willkommen in den Abgründen der Arbeitswelt. Hier herrscht Intriganz, Hauen und Stechen und die Macht der Knallpfeifen.

Die deutsche Klassengesellschaft aus der Perspektive der Vermögenden 2024 im Film

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Ganz Trotz

Ganz Trotz, ganz Trotzigkeit, ganz Beweis, dass man da sein kann. Ganz Wut, ganz Zähneknirschen, dass man auch dem Widrigsten entgegentritt. Ganz Erbitterung, ganz Zorn verkannt zu sein und nun verwundet seiner Wege ziehen zu müssen. Ganz Empörung, ganz Erschütterung, dass Betrug der Lohn für all das Wohlgetane ist. Ganz Aufbegehren gegen das Urteil und die Verbannung. Ganz Abscheu, dass man entsorgt und ausgeschlossen ist. Ganz Widerstand, ganz Verachtung, dass man unerkannt geblieben ist.

30 | Dunkel und tödlich

Du rabenschwarze Winternacht
hast bohrend dunkel das klamme Herz erfaßt
und morgen wieder hinaus an die Schmelzen,
wenn’s auch nur Schokolade
und etliche Kilo Erdbeeren
und nicht Stahl und Eisen sind.

Es ist der Wille, den Schändlichen
die Faust zu zeigen,
der die Schwerkraft überwinden läßt.
Zudem läßt sich auch die brüllende Stille
des Abends durch Geschäftigkeit
am Tag vertreiben.

War man je geliebt, gewiegt, geborgen?
Vermutlich doch, sonst ginge auch kein
Notprogramm und wenn die linden Winde
wieder wehen, werden die Gedanken
an die dunkle Kälte bis zum nächsten Mal
– wie ehedem – ganz vergessen sein.

en miniature

Hervorgehoben


2024 wird rund – (Edit 21.02.24: oder auch nicht)

am 26. März, 19.00 Uhr gibt es in der Schwartzschen Villa in Berlin Steglitz eine Lesung – mit dabei sind Autor*innen meiner EDITION DORETTES.

Im Sommer feiern wir ein Bißchen, dass mein Kind und ich runde Geburtstage haben und es nun halb so alt wird, wie ich.

Die dritte Anthologie unter der Überschrift “Fatalismen” kommt Ende September heraus – Ihr seid herzlich eingeladen Euch zu beteiligen

und ab 21. Februar 2024 wird mein dritter Gedichtband “Metabolie” erhältlich sein.
https://buchshop.bod.de/metabolie-sabine-simmin-rahe-9783758329302

Als “malochende Buchmacherin” bin ich also breit aufgestellt und die Arbeit – fünf bis sechs Tage die Woche über den Schokoladenschmelztiegeln – ist gut investierte Zeit, denn sie ermöglicht mir, meine Pläne umzusetzen.

Jetzt müssen nur alle lieben Menschen gesund bleiben oder werden. Ein paar Millionen sind ja außerdem schon unterwegs gegen faschistische Umsturz- und Deportationspläne – das macht Mut und gibt Hoffnung, dass es auch insgesamt ein gutes Jahr wird.