Kiel – Dichter dran.

http://www.kiel-magazin.de/kultur/literatur/artikel/detail/dichter-dran-bringt-kinder-jugendliche-zur-literatur.html

Mein Lateinlehrer und Geschichtslehrer am Ernst Barlach Gymnasium, den ich in guter Erinnerung habe und der mich reich beschenkte: „Als die Römer fremde Kulturen nicht mehr integrierten, war es das Ende des römischen Reichs.“

Meine Ururgroßmutter war eine Michels

die teile ich mit Thelse, die mir nicht verziehen hat, dass ich mir ihr gegenüber als Kind eine grobe Gemeinheit erlaubt habe. Es gibt noch viele Michels in der Gegend um das Saarland, aber da oben in Oldenburg in Holstein ist der Name ausgestorben. Aber ihr Grabstein steht noch da – in Grube und der bleibt stehen. Eigentlich denke ich ja, es war ein gutes Omen, dass mich ein dänischer Sozialdemokrat mit Namen Mikkelsen auf den Namen eines Plastiktütenkönigs verheiratet hat. Er hatte doch gesagt, wir sollen reden, aber ich spreche nun mal kein Badisch. Auch wenn ich schon immer darauf wert legte, dass es Orangen und nicht Orangschen heißt und mich meine Mutter dafür auslachte. Aber da habe ich mich getäuscht, was das gute Omen betrifft. Da konnte selbst Sidsel und der Kranichberg nichts ausrichten, nicht mal Nana Mouskouri, obwohl sie so schön gesungen hat. Es tut mir übrigens heute noch leid, dass ich ihr gegenüber so verstockt war, aber ich hatte in der Schule gelernt, dass „Butterfly“ Mist sei. Ansonsten war die Schule aber für mich toll. Ich mußte nur leider weg, als ich mich gut eingwöhnt hatte. Meine Mutter hatte eben auch ein eigenes Leben.
Der Namensgeber sitzt nun auf dem Zwingberg und glaubt für die Zukunft nach ihm sei alles geregelt. Aber wir werden vorerst seinen Namen weitertragen – mal sehen, was sich noch so im Leben ergibt. Ich finde es so herrlich, dass ich niiee mit ihm verwandt war, dem Plastiktütensack, der seiner Enkeltochter nicht mal Seebühl gezeigt hat, nur Neumünster. Wir Sozialdemokraten denken anders. Der Cousin meiner Mutter ist in der CDU und hat auch so eine Künstlerin in der Familie, die er sehr liebt. Die hat aber in Kassel fertiggemacht. Ich bin leider weggerannt und habe mein schönes Günther Uecker-inspiriertes Tisch und Stühleobjekt zurückgelassen. Ich hoffe, es rostet weiter vor sich hin im Regen, aber das ist nicht gut möglich. Es ist vermutlich schon ganz aus dem Leim gegangen und eines Tages findet ein Archäologe dort einen Haufen schöner Nägel. Ich würde es gerne wiedersehen, aber wenn das alle Studierenden so machen und einfach ihre Kunst im Stich lassen, bleibt ja gar kein Platz mehr auf dem Campus. Aber ich habe es doch nicht bereut zu Professor Reidemeister nach Berlin gegangen zu sein, auch wenn ich mir mit Jutta (Kalepki) uneins über die Bebauung des weiten Feldes bin. Ein Roman übrigens, den mir meine Schwiegergroßmutter schenkte und den ich immer noch nicht gelesen habe, weil Günther Grass so ein Scheissgedicht über Israel verfaßt hat und es mir auch einfach zu dick war. Ich habe ein eigenes Leben. Ich bin aber neidisch darauf, dass der amerikanische Schrifsteller John Irving bei Günthers Beerdigung gesprochen hat und es vermutlich nicht dereinst bei meiner tut – dort in meiner Heimatstadt, die ich mit Willy teile. Aber vielleicht verfaßt John ja eine Grabrede jetzt schon für mich. Schöne Grüße an ihn, leider mußte ich unser geliebtes Semikolon durch einen Gedankenstrich ersetzen. Meine Schwester hat mir dazu geraten. Damit mich auch die Jüngeren verstehen.
Also zu dem eigenen Leben: Ich trage zwar gerne mal Second Hand, aber ein Secondhand Leben möchte ich nicht. Womit wir beim Rest der Menschheit wären. Auch die möchten Leben und keine Zuteilung. Die wollen nicht ewig drangsaliert und eingeschüchtert werden und am Ende die Erinnerung an die Bremer Stadtmusikanten herauskramen, um sich von Pfeffersäcken ein Denkmal setzen zu lassen. Hört auf aus den Schulen Schikaneanstalten zu machen, laßt die Kinder etwas lernen. Ein Aleph sollte jedes Kind kennen und auch mal ein Rind gesehen haben, von dem es stammt. Wir wollen Milch und Honig und eine Welt, die uns gefällt. Und im Sommer freue ich mich auf Helle und Niko, meine Ausländer. Liebe Grüsse übrigens in das Land in dem es jetzt Avocados und Bohnen gibt, im Orient wäscht man sich, statt Papier zu verwenden, aber eine kubanische Zigarre wäre was Feines, die könnte ich Eckehard schenken. Ja und da Wolfgang Ebenhöh mich gefragt hat, was aus meinen Blütenträumen geworden ist – schöne Grüsse, mein Flieder ist noch nicht ganz so gross, wie damals, aber wenn die Enkeltöchter soweit sind, wird schon ein Kavalier, wie er da sein. Und ja, den Michel hat mir die Lise Peters, ein liebes Adoptivkind, eine Frau mit Humor geschenkt. Auch den kleinen Nick. Ihren Mondstein aus Sri Lanka trage ich heute noch. Mit zwei Turmalinen. Dass aber Michel die Nachtmütze über die Ohren ziehen, stimmt nur bei Spitzweg, um die Kälte beim Arbeiten zu vertreiben. Und bei Veganern denen die Vitamine und das Eisen fehlt und die dann dünne Haare kriegen und sich wundern. Grüße auch an Hein Friedrich, er hat recht, wir lassen uns nicht vertreiben.
Da bin ich ganz Eigen, nicht wahr Herr Gauck.

Aufstehen für Frauenrechte! Hinaus zum 08. März


Vielleicht tragen wir weiss? Oder grün, wie Cansel am Dienstag (, die ich zu gern eines Tages als Kanzlerin sehen möchte, mit Franziska als Vizekanzlerin und Andrea als Finanzministerin)? Oder geblümt, wie Franziska? Oder einen Filzhut, wie Jenny. Oder türkis, wie Barbara? Oder grau, wie Kerstin? Oder einen Blazer, wie Fine. Oder einen Schlips , wie Deniz. Ein Saal voll Politikerinnen mit Köpfchen.

„Liebe Frauen,

dieses Jahr wird der internationale Frauentag am 8. März 2019 zum ersten Mal ein gesetzlicher Feiertag in unserer Stadt sein. Wir wollen damit an die Leistungen von Frauen im Kampf um Gleichberechtigung erinnern. Gleichzeitig gibt es aber noch viel zu tun. Daher heißt es auch in diesem Jahr „Heraus zum 8. März!“ Wir wollen weiter kämpfen: gegen Diskriminierung, Rassismus und Sexismus. In unserem Kampf für Gleichberechtigung steht das Thema Parität im Jahr 2019 im besonderen Fokus.
Vor 100 Jahren wurde das Frauenwahlrecht eingeführt. Seitdem dürfen Frauen in Parlamente gewählt werden. Frauen waren jedoch nie in irgendeinem deutschen Parlament paritätisch vertreten. Das widerspricht unserer Verfassung, in der steht: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ (GG, Art. 3 (2)). Geschlechterparität in der Politik heißt für uns, dass Frauen und Männer entsprechend ihrer Bevölkerungsanteile in allen politischen Gremien, und vor allem in Parlamenten, vertreten sind. Dafür setzen wir uns ein.

Wir fordern weiterhin die Streichung der §129a und §218 StGB. Weg von der Bevormundung von Frauen, hin zu sexueller Selbstbestimmung! Wir kämpfen weiter für echte berufliche Gleichstellung und gerechte Entlohnung. Auch um Altersarmut vorzubeugen, von der mehrheitlich Frauen betroffen sind. Gewalt gegen Frauen muss weiterhin bekämpft, Betroffenen Schutz und Unterstützung geboten werden.
Deshalb werden wir SPD-Frauen auch in diesem Jahr wieder auf die Straße gehen, um ein Zeichen zu setzen für die Herausforderungen, die im Kampf um wirkliche Gleichstellung noch vor uns liegen.

In diesem Jahr beginnt die Demo aufgrund des neuen Feiertages schon um 15 Uhr. Wir treffen uns zur Vorbereitung um 11.00 Uhr im Kurt-Schumacher-Haus. Wir werden gemeinsam Transparente malen bzw. basteln und im Anschluss zusammen zur Demo aufbrechen. Kommt vorbei und bringt am besten gleich Material mit: Bettlaken, Pappe, Sprühdose, Farbe, Folie, Kleber, umweltfreundlicher Glitzer… je nachdem was ihr zu Hause übrig habt. Für die weniger Bastel-Begeisterten halten wir unsere ASF-Fahnen für die Demo bereit.

Wir freuen uns auf euch!
Feministische Grüße,

Ulrike, Nicole, Susanne und Anja
für den ASF-Landesvorstand Berlin

Was: Treffen der ASF Berlin zur Vorbereitung des Frauen*kampftages (Transparente / Schilder zusammen gestalten und basteln)
Wo: Kurt-Schumacher-Haus, Müllerstraße 163, 13353 Berlin
Wann: 11.00 Uhr bis 14.00 Uhr
Danach gemeinsame Fahrt zur Demo zum Frauen*kampftag“

Wir schlagen unsere Trommeln und wir fürchten uns nicht…

Lieber P.,

ich war heute mit einer Freundin bei der Präsentation eines Films und habe Deine Nachricht jetzt erst gelesen – „La paranza dei bambini“ (Piranhas) im italienischen Kulturinstitut. https://de.wikipedia.org/wiki/La_paranza_dei_bambini
Ein Film von Claudio Giovannesi. Er hat den Film nicht nur regiessiert, er hat ihn auch produziert und wenn ich es richtig verstanden habe, ich habe nur ein paar Brocken aufgeschnappt, auch finanziert.
Er läuft noch am Sonntag auf der Berlinale und dann leider erst im August, spätestens dann wird meine ganze Familie ins Kino müssen, einschliesslich dem Neffen und der Nichte.
Ein wunderbares Projekt: Das Team hat 4000 Jungen in Neapel gecasted, um den richtigen zu finden: Francesco di Napoli. Ich habe von nichts Vergleichbarem in letzter Zeit gehört. Er bekam bei den vorbereitenden Übungen zu dem Film, die Aufgabe vor einem Auditorium zu sagen: „Ich bin Zeus.“ So wurde aus einem neapolitanischen Bäcker ein italienischer Schauspieler, der sich im übrigen sehr für das komische Fach interessiert.
Es geht aber nicht um Neapel und die „Camorra“, obwohl der Film durch ein Buch von Saviano angestossen wurde. Pier Paolo Passolini, Eliah Kazan, Sir Simon Rattle, Leonhard Bernstein und auch Ai Weiwei hätten ihre Freude. Der Leiter des Kulturinstituts sagte: „Ein grosser Film.“

Zuvor waren wir noch im Haus Huth. Zuletzt war ich darin vor dreißig Jahren nur ganz kurz  – im Weinhaus. Damals lebte eine Freundin darin, die jetzt in Graubünden überwintert. Dort gibt es eine sehr sehenswerte Ausstellung – „Evoking Reality“. Nimm Dir Zeit und geh‘ in den Videoraum. Sieh‘ „Les Indes galantes“ von Clement Cogitore mehrfach.

Aber auch Alia Farids Beitrag hat mir besonders gefallen.
So wurde ich von meiner Freundin zu unserem Geburtstag beschenkt.

Von dem Beitrag Jenny de la Torres gestern Abend erzähle ich ein andermal. Aber es gibt ganz vielverprechende Pläne, das Wahlrecht zu reformieren, die überfällig sind und am Freitag streikt die BVG, aber das weißt Du ja. Deniz, der nun dreißig wird, sagte übrigens, dass es ja schon ein Unding sei, dass es Leute gäbe, die vermeinen, Kinder müsse man sich eben leisten können. Ob das die fünf Prozent sind, deren Bewußtsein auf Stufe 8 steht, die solche Frechheiten verkünden, weiß ich nicht. Das erscheint mir aber schlüssig.
Am Potsdamer Platz war übrigens abends um zehn zur Berlinale Totentanz, das war ein trauriger Anblick. Das Publikum in Berlin kann es sich nicht mehr leisten zu seinem Filmfest zu gehen und anschliessend im Weinhaus Huth etwas zu trinken. Aber Luther und Wegner ist ja auch weitergezogen, an den Schlachtensee. Den muß man auch mal andersrum umrunden, um ab und an eine neue Perspektive zu entwickeln.

Gute Nacht liebes Veilchen.