Sans, Souci.

Wir treffen uns Bahnhof Wannsee.
Gottt sitzt schon im Zug –
im zweiten Wagen oben.
Die Bahn bringt uns direkt zur Station Sanssouci.

Noch ist der Park leer, die Wege nass,
die Schatten lang und tief.
Verliere eine Wette, wer Bauherr des neuen Palais ist.
Dort gefallen mir am besten die Kandelaber mit ihren Allegorien.

Wir spazieren zum botanischen Garten,
dann am chinesischen Teehaus vorbei zu den römischen Bädern
mit dem wunderbaren Herkules.
Dann ergattern wir im Park-Café „Eden“
Liegestühle in der Sonne.

Als der Himmel sich bedeckt, flanieren wir zu den Terassen
und dem schönen Skulpturenrondell am Schloß „Sans, Soucis“.
Wir erkennen Diana, Apoll, Merkur, Mars, Venus, Ceres und Zeus.
Wir gucken bei den kartoffelbelegten Gräbern Friedrichs
und seiner Hunde und bei dem betenden Knaben vorbei.

Dann sehen wir uns den holländischen Garten
und die Kirche im italienischen Stil an
und beschliessen unseren Spaziergang am Terracotta Tor,
bevor wir durch die Potsdamer Innenstadt
und am Marstall entlang zum Bahnhof gehen

Tagebuch

Die Sonne hat einen Spalt gefunden
durch den sie durch die Gardinen
in das abgeschirmte Innere
in die Augen fällt.

Halte fest mit dem Gedanken
an die Freunde in der Ferne,
die auch auf schwankendem Boden stehen.
Sie sind mir Fixpunkte und Anker.

Möchte mal wieder nach Emma kieken gehen.
Ja, es wird die Tage geben,
da laufe ich ihr entgegen
und werfe mich in das blaue, liebe Meer.

Das war der Frühschoppen VI der Berliner Poetenoffensive.


Wir saßen bei herrlichem, mildem Wetter im Garten und sprachen über die Bedeutung des Glücks und Wolfgang Weber präsentierte seinen Gedichtband „haus & strasse“ im kleine Welten Verlag, 5,- €. Nächster Frühschoppen VII am Sonntag, den 20.10.2019 im Tomasa/Villa Kreuzberg um 15.30 Uhr. Wir freuen uns über Poesieinteressierte und Poeten.

Haben Sie den „Werther“ gelesen?

Heute gibt es einen lesenswerten und nachdenkenswerten Beitrag von Dr. Hans-Albert Wulf auf https://www.kuhlewampe.net mit dem Titel „Der Tote in Goethes Gartenhaus“. Ein Artikel, der mich daran erinnert, dass ich selbst so eine Wertherin bin. Nur möchte ich leben. Ich möchte nicht bedroht werden, weil andere besitzen wollen, was mein ist. Mein Zuhause.
Ich möchte nicht darüber schweigen, wie ich bestohlen werde. Wie ich Angst davor habe älter zu werden und nicht beschützt zu sein. In einen Konkurrenzkampf mit den Jungen geschickt werde. Wie meine Freunde sich in ihre Trutzburgen verzogen haben und glauben, es sei lächerlich, dass ich noch da bin und versuche mir die Sprache nicht nehmen zu lassen. Wieso geht die Saat des jeder gegen jeden auf? Ich will helfen zu gestalten – eine lebenswerte Gesellschaft auch für Menschen, die nicht mit dem Messer auf andere losgehen, demokratisch und zivilisiert.

Heute sage ich Andrea Nahles – Danke, dass sie erkämpft hat, was so vielen hilft, den Mindestlohn. Danke für all die Menschen, die sich solidarisch organisieren.