04.03.18 | „Die göttliche Ordnung“ – Filmmatinee anläßlich des Frauentags und 100 Jahre Frauenwahlrecht

Die SPD Frauen hatten eingeladen in ein Schöneberger Kino, das an diesem Sonntag Morgen zu 99,5% mit weiblichen Teilnehmerinnen besetzt war. Rosa Luxemburg wurde zitiert und ein kurzes Grußwort von Dilek Kolat gesprochen. Wir Frauen nutzten untereinander die Möglichkeit zu einem kurzen Gespräch, wie wir an Ort und Stelle gelangt waren. Dann verdunkelte sich der Saal und der wirklich gute, wirklichkeitsnahe und liebenswerte Film begann. Im Saal wurde gemeinsam geraunt, gelacht, gekichert und geweint. Es war spürbar, dass das, was geschildert wurde, viel mit den Erfahrungen des Publikums zu tun hatte, besonders in den bedrohlichen Momenten.

30.09.2016 | 40 Jahre Kult von „Nordsee ist Mordsee“ zu „Tschick“

Ich habe gehört, der Roman „Tschick“ von Wolfgang Herrndorf würde im Deutschunterricht gelesen. Als ich heute aus dem Kino kam beschäftigte mich, ob es Zufall sein kann, dass ich an den Film „Nordsee ist Mordsee“ denken mußte, in dem Uwe Bohm, der den abgebrühten, brutalen Vater des Hauptprotagonisten Maik in „Tschick“ spielt, seine erste grosse Rolle in einem ähnlichen Alter und mit einigen Verwebungen zum Stoff 1976 als Sohn verkörperte – Regie damals Hark Bohm. Für uns Kult. Na klar – im Spiegel war man schon drauf gekommen und offensichtlich hat die Familie Bohm tatsächlich mit Grund mitgewirkt. So klappen verschiedene Ebenen im Film für Besucher meiner Generation um. Das Ergebnis ist toll. Auch, weil im Film selbst bis zuletzt ein Zweifel bleibt, ob nicht alles die Fantasie Maiks ist… Ich hoffe, ich habe nicht zuviel verraten – reingehen – nicht nur die Story, auch die Bilder, die Farben und der Soundtrack sind fein.

Dieses Zitat aus einem Spiegel Artikel finde ich ganz interessant, denn es kennzeichnet ein Wenig den Gedanken, den ich bezogen auf meinen eigenen Lebensweg hatte, als ich aus dem Film kam und den ich in der geschickten Besetzung Uwe Bohms als Vater provoziert fand – „Wolfgang Herrndorf war bereits todkrank, als er das Buch schrieb, und die Nähe des Todes ist in Form einer existenziellen Verdichtung zwischen den Zeilen spürbar. In seinem Roman öffnet er den Raum für eine Welt des Sommers und der Freiheit. „Projekt Regression: Wie ich gern gelebte hätte“, schrieb er dazu in „Arbeit und Struktur“.“
https://www.spiegel.de/kultur/kino/tschick-verfilmung-fatih-akins-perfekter-roadmovie-a-1110512.html
Manchmal stellt man fest, dass man im Handumdrehen in einem Erwachsenenalbtraum aufwacht – weil man seine Helden veraten hat oder weil man sich veraten fühlt.