04.05.16 | Feministische Ökonomie? Jein.

Heute in der SZ: https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/feministische-oekonomie-maenner-wirtschaft-1.2971611
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Feministische Ökonomie? Jein – wir müssen die künstliche Trennung, die unser Arbeitsbegriff beinhaltet und zwar in reproduktive und produktive Arbeit in unseren Köpfen und unserer Realität wieder einfangen, damit öffnen wir allen gesellschaftlich Beteiligten den Weg zu wirklicher Emanzipation.

Mein Standpunkt: Das hat zwei Aspekte mit denen ich mich kürzlich auseinandergesetzt habe, zum einen, dass Frauen auch wenn sie vergüteter Arbeit nachgehen, nie die gleichen Chancen, wie die Männer haben: https://www.die-dorettes.de/dorettes/19-03-2016-divina-et-impera-oder-die-muetter-sind-sowieso-immer-schuld/
Zum anderen die künstliche Aufspaltung von Arbeit in produktive und reproduktive Arbeit: „Frage: Bei einem Spaziergang erläuterte mir einst eine Freundin mit einem ironischen Lächeln Folgendes: „Dies ist der Unterschied zwischen reproduktiver (Anmerkung: In unserem Bewußtsein meist Arbeit, die von Frauen – zusätzlich – verrichtet wird) und produktiver Arbeit.“ Nachdem ich nun über diese Theorie gut zwanzig Jahre nachgedacht habe, stelle ich fest: „Das ist Quatsch.“ Die Bedeutung von „Arbeit“ läßt sich nicht aufspalten, letztlich ist sie immer reproduktiv – es sei denn wir erzeugen Probleme, die wir dann durch Arbeit lösen müssen. Und das ist gemeint mit: „Erst denken (eine spezifische Form der Arbeit), dann Handeln oder wer es nicht im Kopf hat, hat es in den Beinen.“ Beziehungsweise: „Wer keine Arbeit hat, macht sich welche.“

Menschliche Arbeit dient aber in direkter oder indirekter Weise immer der Reproduktion und wenn es die Reproduktion günstiger Lebensumstände zum Lebenserhalt ist… Jede Form komplexerer Arbeitsprozesse läßt sich wieder auf diesen Zweck herunterbrechen, selbst wenn dies nicht mehr offensichtlich erscheint… https://www.die-dorettes.de/dor…/08-08-2015-perlen-des-tages/

01.05.2016 – Feiertag

Proletarier: „Klasse und ihre Definition besteht nach Marx im „doppelt freien Arbeiter“ – frei von Produktionsmitteln, die ihm ermöglichten sich selbst zu versorgen und frei, ihren einzigen Besitz, sich selbst bzw. genauer ihre Arbeitskraft zu verkaufen.“
https://de.wikipedia.org/wiki/Proletariat

Empfehlungen:
https://www.hochschulsekretaerin.de/
https://de.wikipedia.org/wiki/Haus_des_Deutschen_Metallarbeiterverbandes

27.04.2016 | Humanity, Spuren, Perlen

Sehr sehenswerte arte-Doku, die aktuelle und jüngere geschichtliche Ereignisse (Kriege) in einen geschichtlichen Kontext stellt:
https://www.arte.tv/guide/de/053986-002-A/das-ende-des-erhabenen-staates-2-1
und
https://www.arte.tv/guide/de/053986-002-A/das-ende-des-erhabenen-staates-2-2

Schon gewußt? Der Begriff „Kulturkampf“ stammt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts und diente bereits da als ideologisches Konstrukt für (macht)politische Interessen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kulturkampf Hierin hatten auch völkische Religionsideen des (deutschen) Protestantismus ihre Wurzeln, die den Boden für „völkische“ Ideen in Deutschland bereiteten. Aus der gleichen Zeit stammt auch der Begriff „Lügenpresse„. Wirklich „populär“ wurde er dann durch die Nazis gemacht

Zum Friedensfest ein Streifzug durch die Stadt. Im Wikipedia-Artikel über das Haus der Buchdrucker (Architekt unter anderem Max Taut) taucht auch der „Drei-Groschen-Streik“ auf, wieder was gelernt – siehe „Drei-Groschen-Oper“, Brecht / Weil

https://www.mediengalerie.org/haus.html und https://de.wikipedia.org/wiki/Verband_der_Deutschen_Buchdrucker
Artikel 1 GG, https://dejure.org/gesetze/GG/1.html
https://www.menschenrechtserklaerung.de/

„Humanity is one“ Tenzin Gyatso. Humanity – see your true colors:

Weil der Text über Erich Knauf oben schlecht zu lesen ist:
„Ein Stolperstein für Erich Knauf – 1895-1944
Erich Knauf, ältestes von vier Kindern des Schneidermeisters Heinz Knauf und dessen Frau Thekla, 1895 in Meerane Sachsen geboren, mußte nach seiner Schriftsetzerlehre und Wanderschaft, 1914 als Soldat in den ersten Weltkrieg. 1915 kam er in ein Strafbatallion, da er seine Vorgesetzten lächerlich gemacht hatte. 1920 Stoßführer bei der Zerschlagung des Kapp-Putsches im Raum Jena und Mitglied der USPD, arbeitete und schrieb danach für die Thüringer Presse. 1922 wurde er verantwortlicher Feuilletonredakteur für die Plauener „Volkszeitung für as Vogtland“. Aus dieser Zeit rührt die Freundschaft mit Erich Ohser (e.o. Plauen) (https://www.google.de/search?q=erich+ohser&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=0ahUKEwiol4foxuDLAhVD0hoKHYDMCgUQ_AUIBygB&biw=1356&bih=676) her, dem er in der Zeitung Raum gab, seine Zeichnungen und Karikaturen zu veröffentlichen. Etwas später kam Erich Kästner zu dem Freundesbund dazu – seitdem wurden sie die „drei Erichs“ genannt.

Als die Büchergilde Gutenberg 1928 Erich Knauf zum leitenden Lektor ernannte, zog er nach Berlin. Er setzte neue, linkere Akzente. Er band eine neuere Schriftstellergeneration an die Büchergilde und veräffentlichte 1930 seinen Reportage-Roman „Ça ira!, sowie verchiedene Kunstbücher und Künstlerportraits. Inhalt und Gestaltung der Büchergilde-Bände standen auch für ihn im Mittelpunkt. Schrift, Abbildungen, Farbigkeit und Aussage des Textes mußten aufeinander abgestimmt sein. Zwischen 1929 und 1932 wurden Ausgaben der Büchergilde neunmal unter den schönsten Büchern eines Jahres ausgezeichnet.

Nach dem Sturm auf die Gewerkschaftshäuser am 02. Mai 1933 hielt sich Erich Knauf als freier Journalist über Wasser. Eine Rezension der Oper „Carmen“ 1934 im „8-Uhr-Abendblatt“, die das Missfallen von Göring erregte, brachte ihn für mehrere Wochen in die KZs Oranienburg und Lichtenburg. Aus dem Reichsverband der deutschen Presse ausgeschlossen, gelang es ihm trotzdem bei der „Terra-Film“ wieder Fuß zu fassen und ab 1936 als Pressechef eingestellt zu werden. 1938 heiratete er Erna Donath, die bei der Büchergilde seine Sekretärin gewesen war. Er traf seinen Freund Erich Oser wieder und als beide 1943 ausgebombt wurden und ihre Familien ausserhalb von Berlin untergebracht hatten, zogen sie zusammen in das Haus eine befreundeten Arztes in Kaulsdorf. Obwohl sie vor dem im Huas wohnenden Hauptmann Schultz gewarnt worden waren, erzählten sie sich auch im Luftschutzkeller gerne scharfe politische Witze, sehr laut, da Erich Ohser schwerhörig war. Schultz denunzierte sie Anfang 1944 wegen „defätistischer Äußerungen“. Die beiden Freunde wurden verhaftet und vor dem Volksgerichtshof angeklagt. Erich Ohser beging Selbstmord in der Nacht vor dem Prozess. Erich Knauf wurde am 02. Mai 1944 in Brandenburg-Görden hingerichtet.“