54 | Frühjahr – an die lieben Leidensgenossinnen

Ein neues Frühjahr drängt sich vielblühend auf.
Die Passanten strömen zur Tür hinaus.
Reste meiner Klasse stehen zu Demonstrationen auf,
doch dass die Produktionsmittel sozialisiert werden,
kommt dabei nicht heraus.

Ich hebe mich für Weiteres hinter
zugezogenen Vorhängen auf
und gebe meine sauer erworbenen Euro
für knackig zubereiteten Spargel aus.

Noch immer zieht am Horizont
nicht die klassenlose Gesellschaft herauf,
nur Faschisten kriechen wieder
aus den Löchern heraus.

Ich träumte in dieser Hexennacht
von meiner Mutter
und habe im Traum ein paar Tage
mit ihr verbracht.

Sie hat mir einst den Mut zur Kunst gegeben.
Mit zweiundsechzig schon,
verliess sie die Lebenskraft und
sie schied aus dem leidvollen Leben.

Hat Schopenhauer recht?
Das Leben – ein Rad aus Willen,
der zwingend Leid erzeugt
und es bleibt nur,
sich des Willens enthalten, Meditation
und ein heroisches Leben gestalten.

Dies gäbe einen Ausweg
aus der Passion
und es fügte sich zwar kein Sinn,
aber es liesse sich immerhin das Leid,
das in jeder Blüte zu erkennen ist, begreifen.

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Perle des Tages: Der Mensch ist ein Gattungswesen – Karl Marx in einem Vortrag von Dr. Walther Ziegler

Die Vorträge über bedeutende Philosophen von Dr. Ziegler sind allesammt erhellend. Hier der zu Karl Marx:

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Ein Sonntag Ende April

Nun endlich – Jahre später – lese und geniesse ich Mandevilles geistreiche Bienenfabel, die ich im Studium aus irationalen Gründen nicht rezipieren wollte. Aus heutiger Sicht – ein großer Fehler. Amüsiert und der Eindruck des Gelesenen frisch, frage ich mich auch – ist der Mensch überhaupt liebesfähig? Mischen sich hier nicht Begehren und Besitzerstolz, statt selbstloser Liebe? Wer ahnt schon, wer der Lebensbegleiter neben ihm wirklich ist? Die Entdeckung seiner wahren Natur ist doch allzu mühsam, wenn man auch mit einem idealisierten Bild von ihm vorlieb nehmen und seine Wünsche darauf projezieren kann. Zu welcher Tat, als der Schmeichelei ist der Mensch in Beziehungen überhaupt fähig, wenn er andere wohlstimmen und für sich einnehmen möchte? Im Tausch für Geselligkeit und „den Austausch von Körperflüssigkeiten“ macht man allerlei Verrenkungen, um das Objekt der Begierde für sich zu vereinnahmen und an seiner Seite zu halten, was letztlich bequemer ist, als den Aufwand zu treiben, sich jedesmal neu orientieren zu müssen. Das sind zwar nachvollziehbare Motive, doch mit dem Liebesideal hat das wohl recht wenig zu tun.

49 | Damit – oder heroisch leben

Damit ich nicht innehalten muß,
zertrete ich die Tage
bevor sie mir lästig werden können.
Unter meinen schweren Schritten
zermalme ich Stunden und Sekunden.

Dämmert dann die Nacht herauf
reißt der Strom in die Tastatur gehämmerter Worte,
die Erinnerungen mit sich,
so dass ich von ihren Gefühlsannexen
überwiegend unbehelligt bleibe.

In den stilleren Momenten
mäste ich mich mit Nahrung,
die die Leere in mir stopft.
Schliesslich zerpflüge ich im Schlaf
meine Träume und treibe schwitzend des Nachts
die Restanflüge von Sehnsucht aus.

Jede Sentimentalität reisse ich
mit der Wurzel heraus
und herrsche mich in aller Frühe
von der Schlafstatt hoch.
Mit schwarzem, ungezuckerten Kaffee
brenne ich dann die Behaglichkeit und Süße aus.

Dann werfe ich mich zum Vermessen
und Zerschreiten des neuen Tages
auf’s Fahrrad und zuvor zur Tür hinaus.
So zerschlage ich meine Zeit
und hoffe, für Gefühligkeit bleibt in ihr kein Raum,
so gelingt’s und ich halte sie im Zaum.

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Eine Hausarbeit zu Kants praktischem Imperativ (2017)

12.10.2017, Sabine-S. Rahe
„Handle so, daß du die Menschheit, sowohl in deiner Person, als in der Person jedes anderen, jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchest.“
Der praktische Imperativ
Immanuel Kants

Philosophisches Meisterstück und gleichrangig analog der
barocken Symmetrie der Ästhetik des „Musikalischen Opfers“
Johann Sebastian Bachs

Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung – Läßt Kants Begriffsverwendung auf autoritäres, hierarchisches
Denken schliessen? S. 2
II. Hauptteil – Wie begründet Kant seine Erläuterungen? S. 2
II.I. Das Reich der Zwecke – die Menschheit S. 5
II.II. Die Erfassung des kategorischen Imperativs
– Aufklärung über objektiv Gesetztes S. 7
III. Fazit S. 9
IV. Literaturverzeichnis S.10 Weiterlesen

Wilhelm Schmid – Unglücklich sein – eine Ermutigung

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