01. März 2018 | Erfolg als Ausweis der Moralität und – Antje Rößeler Trio mit Leon Griese – Drums

Schöner, teilenswerter Kommentar – „Ich möchte mit Ihnen zusammenarbeiten – nicht trotz, sondern – wegen Ihres Engagements.“
Außerdem… In einem Cafe entspinnt sich ein Gespräch mit einem anderen Gast. Schnell wird klar, dass wir einige Parallelen im Werdegang und den Erfahrungen haben. Er ist etwas älter als ich. Von einer Erkältung angeschlagen hat er den Sonnenplatz hinter Glas aufgesucht und berichtet, dass er sich glücklich schätzt, zwei Jahre vor der Rente noch eine gut dotierte Festanstellung ergattert zu haben und mit welchen Vorurteilen, er sich als „älterer“ Arbeitnehmer auseinandersetzen muß. Da wir mit etwa gleichem Ausbildungs- und Berufshintergrund in ähnlichem Feld unterwegs sind, fasse ich meine Erfahrungen hierin zusammen. Er lacht und sagt, ich kann das alles bestätigen, was sie feststellen.

Hierzu passen die letzten Sätze, der Arbeit, die ich gestern fertiggestellt habe: „Auch gegenwärtig gilt gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Erfolg als Bestätigung für die Erfüllung der moralischen Pflichten des Inividuums. Wer hier den Nachweis von Effizienz nicht erbringt, dem wird Amoralität auch heute unterstellt. Mitgefühl und Verbindlichkeit gegenüber einzelnen Individuen gelten als irrational und entwicklungshemmend und werden als störende Hindernisse auf dem individuellen und gesellschaftlichen Erfolgsweg in den Hintergrund gedrängt. Eine Anforderung, die dem Zwang zur Progression und ihrem durch Erfolg begleiteten Nachweis der eigenen Effizienz ohne Rücksichten unterliegt.“
zur „protestantischen Ethik und dem „Geist“ des Kapitalismus“ von Max Weber.

Heute Abend spielt das
Antje Rößeler Trio

Wann
Do 1. Mär. 20:00 – Fr 2. Mär. 2018 00:00 Berlin
Wo
Terzo Mondo Grolmanstraße 28, 10623 Berlin, Deutschland (Karte)

Hier aus Leon Grieses Studio eine Session in einem anderen Zusammenhang

Session #4 Antje Rößeler & Sidney Werne, Leon Griese

22.08.15 | Nachtperlen – Point of no return | Dani Karavan: Hommage an Walter Benjamin

Dani Karavans Hommage an Walter Benjamin – „Passagen“
möchte ich eine Tages in Port Bou sehen:
https://kultur-online.net/files/exhibition/01_308.jpg

„„Es gibt nichts Epischeres als das Meer“, beginnt Benjamin einen Aufsatz über Döblins „Berlin Alexanderplatz“. „Man kann sich (…) zum Meer sehr verschieden verhalten. Zum Beispiel an den Strand legen, der Brandung zuhören und die Muscheln, die sie anspült, sammeln. Das tut der Epiker. Man kann das Meer auch befahren. Zu vielen Zwecken und zwecklos. Man kann eine Meerfahrt machen und dann dort draußen, ringsum kein Landstrich, Meer und Himmel kreuzen. Das tut der Romancier. Er ist der wirklich Einsame, Stumme. Der epische Mensch ruht sich nur aus.“ Obwohl der Stadtmensch und Flaneur Benjamin seine Schriften eher den Metropolen als der Natur gewidmet hat, stellen Meer und Küste für das Mahnmal einen wunderbaren Ort metaphorischen Bodens dar.“
https://www.mare.de/index.php?article_id=3467

„Walter Benjamin befand sich 1940 auf der Flucht vor der deutschen Gestapo. Er trug eine Aktentasche mit Manuskripten bei sich. Mit einer kleinen Gruppe unter Führung der Fluchthelferin Lisa Fittko überquerte er am 25. September die Pyrenäen, um in den spanischen Küstenort Portbou zu gelangen. Von dort wollte Benjamin, der ein Visum für die USA besaß, nach Lissabon weiterreisen. Aufgrund einer Herzkrankheit konnte er den Weg nur sehr langsam zurücklegen. Wider Erwarten wurde den Flüchtlingen in Portbou gemäß einer neu erlassenen Verordnung der spanischen Regierung die Einreise verweigert. Benjamin starb in der Nacht zum 26. September in seinem Hotelzimmer. Angesichts der für den nächsten Tag angekündigten Abschiebung der Flüchtlingsgruppe zurück nach Frankreich wird vermutet, dass er sich mithilfe einer Überdosis Morphium das Leben nahm. Benjamin ist auf dem Friedhof von Portbou bestattet, auf dem seit 1979 eine Tafel an ihn erinnert.“

https://de.wikipedia.org/wiki/Gedenkort_%E2%80%9EPassagen%E2%80%9C