Da tanzt der Bär – Freitagabend im Februar in Friedenau


Wir drei gehen nach absolviertem, sehens- und hörenswerten Kulturprogramm (u.a. mit featured amazing maze Artist Mathias Wildenbruch, Moderation Wolfgang Weber) in der Hauptstrasse in Friedenau noch auf ein Bier in eine schöne, gekonnt geliftete Eckkneipe mit schniekem Kaminofen – Rauchen erlaubt im Sponholz. Weiterlesen

12 | Am ersten Februar

Der Himmel bedeckt in Lichtgrau.
Eine Nebelkrähe fliegt geduckt vom Nachbardach auf.
Überproportionierte Autos brummen tuckernd an der Kreuzung vor dem Haus.
Das Weiss der Fassade gegenüber ist mit schwarzem Staub
und zur Dekoration mit aufgesprayten Trompe-l’œil durchsetzt.
Meine aneinandergelegten Handflächen
sind mit einem dünnen Schweissfilm benetzt.

Erst mittags endete heute mein Schlaf.
Gestern Abend wurden wir abgewiesen
bei einer Veranstaltung der italienischen Botschaft
zum sich jährenden Holocaustgedenktag.
Kurz darauf fanden wir frische Trauerkränze an einer
uns bis dahin unbekannten gläsernen, dunklen, durchscheinenden
mit blankem Stahl gerahmten, frei stehenden Wand als Denkmal.

Zufällig gab es dann gleich in der Nähe im MiM Hard Bop Jazz.
Komplexe und doch mitreißende Musik,
die trotz schändlichem und kriminellem Rassismus,
zum Kulturgut und moderner Klassik geworden ist.
Zwei Tenorsaxophone zogen uns mit quietschend
in die Höhe geschraubtem und auch warmen Klang
ihres Ausdrucks von Widerstand und Trauer
und Abgesang auf bleiche Borniertheit in den Bann.

Kein Tag, wie jeder andere.

Heute habe ich mehr als eine gute Tat vollbracht. Es ging schon am Morgen damit los, dass ich aufgestanden bin. Dann habe ich glücklicherweise etwas zum Anziehen gefunden und das genutzt. Das Wetter hat auch mitgespielt. Nicht allzu früh habe ich beschlossen, dass es ein guter Tag dafür ist, wie noch jeder andere, um einen Anlass zu finden ausgiebig zu feiern, dass ich am Leben bin. Weiterlesen