Der 22.06.2024

Zwei Miniaturfiguren in einem gefalteten Papierboot.
Ich gebe zu – in meinem Kreis gibt es viel mehr Zwillinge als Krebse, aber diese sind mir besonders teuer. Zäh, gewissenhaft und souverän. Heute morgen: Ein kleines Telefonat. Ein starker Kaffee im Bett. Regentropfen, die auf das Fenstberblech klopfen. Und am Abend soll die Sonne scheinen. Gleich zieh‘ ich los, Zutaten besorgen und nach Jahren wieder Rüblitorte backen, wie 1995 zum ersten Mal, mit dem besten Rezept der Welt. Dann brauche ich noch Blüten für Haarkränze. Heute starten wir zur Midsommar-Schifffahrt auf der Spree. Diesmal feiern wir wirklich. Nicht, wie vor 20 Jahren, als ich ein paar Stunden zuvor abgesagt habe. Freunde kommen von nah und fern. Der Nukleus, der Aufrechten! Schiff Ahoi!

Perle des Tages: Kummer ft. Fred Rabe & RTO – „Der letzte Song (Alles wird gut)“ | ZDF Magazin Royale | Wu Tang Clan „Once Upon A Time“

Danke Eike Rustikal für das Aufnehmen in unsere Playlist

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Lesen: https://www.freitag.de/autoren/the-guardian/wu-tang-clans-once-upon-a-time-in-shaolin-so-klingt-exklusivste-cd-der-welt

Eine fruchtbare Kombination – Kant und Sozialismus. Hier ein Interview mit Lea Ypi:

https://www.deutschlandfunkkultur.de/lea-ypi-ueber-freiheit-und-moral-hat-kant-den-sozialismus-begruendet-dlf-kultur-6851c25b-100.html

und

Was ist moralischer Sozialismus?

June 19 – 21, 18 – 20 Uhr
MIRIAM MAKEBA-Auditorium, Haus der Kulturen der Welt, John-Foster-Dulles-Allee 10

Die politische Theoretikerin Lea Ypi von der London School of Economics wird 2024 den Benjamin-Lehrstuhl des Centre for Social Critique innehaben. Vom 19. bis 21. Juni 2024 wird Ypi in ihren Benjamin Lectures im Haus der Kulturen der Welt in Berlin ihre Ideen zu den Voraussetzungen für eine moralische Version des Sozialismus vorstellen.
https://criticaltheoryinberlin.de/benjamin_lectures/what-is-moral-socialism/

Für die Zweifler, die zu verzweifeln drohen… Descartes

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Hommage an Descartes – mein liebes Ich

Gewalt gegen Patienten in der Psychiatrie – Fehler im System

Stellt Euch vor, Ihr seid über Wochen und Monate, zusammengepfercht mit 20 Menschen in unterschiedlicher Verfassung in beengten Räumen, unter ständiger Beobachtung und ohne intimen Rückzugsort. Die Schlafräume sind entweder mit zwei oder drei Personen belegt. Die Fenster verriegelt und ihr könnt keinen Schritt vor die Tür machen. In einer Kanzel sitzen Wächter und beobachten jeden Schritt. Um Euch Bewegung zu verschaffen, setzt ihr Kopfhörer auf und tanzt den Flur hinauf und herunter. Außenkontakt habt ihr so gut, wie gar nicht. Ob ihr Wechselwäsche dabei habt, interessiert niemanden. Kein Besuch und nur die notwendigsten Telefongespräche. Wenn ihr einen Gutachter trefft und ihm berichtet, dass Euch in Eurem Philosophiestudium zunächst besonders interessiert hat – aufgrund Eurer Hannah Arendt Lektüre –, wie Adolf Eichmann Kants Pflichtbegriff verdreht hat, steht nachher im Gutachten, ihr identifiziertet Euch mit Adolf Eichmann. Und die Wärter hätten notiert, Ihr würdet auf dem Flur krankhafte, unmotivierte Bewegungen vollziehen, weil sie noch nie Taiji gesehen haben. Gegen Euren passiven Widerstand würden Euch Medikamente verabreicht und wenn’s einem Wärter paßt, ruft er sechs oder sieben andere herbei, die Euch gemeinsam und gewaltsam an Armen und Beinen an ein Bett fesseln. Dann preßte er mit voller Kraft sein Knie auf Euren Kehlkopf und keiner der Beteiligten schritte ein. Während der nächsten Stunden Eurer Fesselung befände sich eine Wache mit Euch im Raum, die jedoch nicht auf Versuche der Kontaktaufnahme oder Bitten reagiert. Wenn ihr Euch erleichtern möchtet, wird Euch weder ein Toilettengang ermöglicht, noch zeitnah eine Bettpfanne gebracht. Mitpatienten verschwänden sogar für mehrere Tage hinter geschlossenen Türen.

Solch‘ ein Szenario käme Euch vermutlich für ein zivilisiertes Land frei erfunden vor und ihr hieltet das für eine Beschreibung der Hölle oder von Zuständen einer totalitären Gesellschaft. Leider glaubt man tatsächlich, man könne mit dieser Gewalt und Folter akut psychisch Erkrankte heilen und tatsächlich geht es so auf einer geschlossenen Station einer Psychiatrie zu – man hat dort vermutlich weniger Bürgerrechte als ein Strafgefangener.

Leseempfehlung
https://taz.de/Buch-ueber-psychische-Stoerungen/!6013058/

Mehr zum Thema:

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Ausgesperrt

Sie war sich nicht sicher, wem sie die Übergriffe der letzten Zeit zu verdanken hatte. Ihre Büroschränke waren geöffnet, wichtige Unterlagen herausgenommen und in ihnen Chaos erzeugt worden. Jemand hatte sich Kontrolle über ihren Computer verschafft und Unbefugte hatten Ihren Internetzugang genutzt, darunter auch er, der zwei Firmensitze im gleichen Gebäude hatte. Konnte es sein, dass er zu ihrem Feind geworden war? Sie wollte ihren Computer und Router neu konfigurieren, doch er wollte sie das nicht allein tun lassen. Schliesslich stand ihr Kind als sein Helfer vor ihr und entriß Ihr die Tasche mit Laptop und Router. Dann stand er selbst vor ihr und würgte sie. Sie wehrte sich. Das Handgemenge verlagerte sich auf das andere Ende des Laubenganges. Er preßte auf Schmerzpunkte, sie rief laut um Hilfe. Dann ging sie kurzfristig ohnmächtig zu Boden. Das Kind wurde Zeuge von alldem. Jemand hatte die Polizei gerufen. Sie wurde in die Psychiatrie gebracht. Er kam und nahm ihr den Wohnungsschlüssel ab und entschied, dass sie nicht in die gemeinsame Wohnung zurückkehren dürfe. Sie verliess die Psychiatrie und suchte eine Freundin auf, ihr zu helfen. Die Freundin war überfordert und schickte sie zu ihm zurück. Andere würden schlimmer verletzt. Sie beschloß die Polizei aufzusuchen und schilderte einer Beamtin, was geschehen war und erstattete Anzeige – auch dass er über Kampftechniken Bescheid wußte, an die man nicht ohne weiteres gelangte. Man glaubte Ihr und eskortierte sie in die gemeinsame Wohnung. Er wurde aufgefordert, sie einzulassen und ihr einen Schlüssel auszuhändigen. Man traf ihn, das Kind und eine Familienfreundin in aller Seelenruhe gemeinsam Tatort sehend im Wohnzimmer an. Sie ging ins Schlafzimmer und packte einen Koffer mit Kleidung und liess sich dann von einem Taxi in ein sehr gutes Hotel bringen. In ihrem Zimmer stellte sie fest, dass Kleidungsstücke, die sie in den Koffer hineingelegt hatte, nicht mehr da waren. Ängstlich sah sie sich um. Wußte er wo sie war?
Wochen später gestand ihr Kind, dass es Kleidung wieder aus dem Koffer herausgenommen hatte. Sie rief eine weitere Freundin der Familie an. Diese sagte ihr, sie solle in ein katholisches Heim für obdachlose Frauen gehen. Es war dieselbe, der sie über einen langen Zeitraum nach der Trennung von dem Vater ihres Kindes geholfen hatte.
Sie schlief schließlich erschöpft ein und beschloß, am nächsten Tag in die gemeinsame Wohnung zurückzukehren und sich nicht einfach vertreiben zu lassen. Er war abweisend und sabotierte sie. Daraufhin wechselte sie das Wohnungsschloß und suchte eine Therapeutin, die bereit war kurzfristig die Situation zu entschärfen. Jedesmal, wenn er dabei war, zeigte die Therapeutin deutliche Zeichen von Furcht und einmal wurden sie von deren großen, schwarzen Schäferhund empfangen. Er kam, aber unwillig bezahlte er die Therapeutin. Schliesslich kündigte er an, in das Ferienhaus zu fahren und darüber nachzudenken, wie es weitergehen solle. Zuletzt überwies er ihr in der Zeit nichtauskömmlichen „Trennungsunterhalt“. So vollzog er die Trennung ohne sich von ihr zu verabschieden. Jahre später stellte sich heraus, dass er sich, über die Tochter, den Schlüssel zu ihrer Wohnung beschafft hatte und es klärte sich für sie, warum Wertgegenstände, Erinnerungsstücke und wertvolle Kleidung verschwunden waren. Auch die Anzeige hiergegen verlief im Sand. Die gemeinsamen Freunde wandten sich überwiegend von ihr ab und sie durchlebte eine Zeit großer Isolation, aber auch den Beginn persönlicher Entwicklung.