136 | Wiedersehen

Ja, und nun habe ich Dich doch wiedergesehen.
Du hast einen Kampf verloren
und kannst weder gehen noch stehen.
Schmal und blass, in eine dunkelblaue, wollene Kapuze gehüllt,
so hast Du vor mir in einem Rollstuhl gesessen.

Ich habe in Dein schönes Auge gesehen.
Dein Gesicht erhellte ein Lächeln.
Ich möchte Dir die Welt zu Füssen legen.
Ach, könnten meine Küsse Dich heilen.

Wie gerne würde ich Dich von der Trauer befreien,
dass Du geworfen bist in Dein Schicksal.
Ich zöge Dich wieder an der Hand
in einen wiegenden Tanz
und wir vergäßen alle Schmerzen.

137 | Sommerregen
Dunkel türmen sich die Wolken
am blauen Sommerhimmel auf.
Wer dachte denn, dass am Ende
Du es bist, der stützt sich bei mir auf?

Du bist ein ätherfeiner Mensch
und gingst über Deine Grenze.
Jetzt führt kein Weg zurück.
Wie kann ich für Dich zaubern,
wie schenke ich Dir Glück?

Wie fange ich die Tropfen
vom Regenhimmel weg?
Ich möchte für Dich kämpfen
und bin darin nicht sehr geschickt.

Ich pflücke Dir zwölf Rosen
und salbe in ihrem Duft Dein Haar.
Ich möchte Dich liebkosen,
doch warte ich, bis ich’s darf.

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