Wenn Du nicht losläßt


Wenn Du nicht losläßt, was frei sein will,
gelangst Du nicht an das von Dir gesuchte Ziel.
Es zerrt sich ja schließlich doch bloß los
und dabei verwundet es notwendig und gewiss
um so schmerzlicher sich und Dich.
Drum setze frei und ängstige Dich nicht,
was Du verlierst, wenn Du Dich überwindest und
herschenkst das anderwärts begehrte Freiheitslicht.

Besiehst Du’s Dir dann später noch einmal mit Abstand und im Rückblick,
taugt es doch eventuell immerhin zu einem schön gesetzten
oder auch todtraurigen Gedicht
– ganz allgemein vielleicht – oder doch mindestens – über Dein eigenes Geschick.
Zurück aber bleibt, glaube mir, so nur die winzige Narbe
eines sehr kleinen und feinen Schnitts.
Du wirst am Ende sehen, es war,
weil’s Dir gelang und Du es liessest,
kein blutig tiefer, stattdessen ein oberflächlich
und kaum spürbar leichter Ritz.

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