Was also dürfen wir erwarten?

Von uns selbst sehr viel, von anderen nichts. Umso bezaubernder, wenn wir mit Güte überrascht werden. Und tatsächlich begegnet sie uns viel häufiger, als zu vermuten ist. Dieser liebe Mensch, der Dich in den Arm nimmt, der Dir aufmunternd zunickt, der Dich mit einem Anruf überrascht, der geduldig ist, wenn Du der Geduld bedarfst. Dies sind Deine Verbündeten. Ihretwegen lohnt die Mühe. Und wie oft bist Du im Leben anderer genau dieser Mensch. Manch‘ einer wird in die Welt gestellt ohne, daß ihm überhaupt der Sinn dafür geschärft wird. Vor vielen Jahren schenkte mir eine Freundin – in einer Phase der Verzweiflung und Orientierungslosigkeit – das Buch „Trendwende Ermutigung“ von Marianne und Erik Blumenthal – es hat in mir bis heute nachgewirkt. Auch das eigene Beispiel kann andere ermutigen, loszugehen und das Leben zu versuchen, zu wirken, mögen die Spielräume auch noch so eng sein. Natürlich liegt vieles nicht in unserer Hand und wir können nicht voraussehen, wie sich die Dinge entwickeln, das Leben steckt voller unerwarteter Wendungen und Überraschungen und nicht alle sind angenehm. Lieber blieben wir behaglich eingerichtet, wie der kleine Hobbit in unserem komfortablen Heim und werden mehr in die Abenteuer gezwungen, als dass wir sie wirklich suchen und daher können wir uns auf die Herausforderungen auch kaum vorbereiten – wenn sie da sind, sind sie da. Dann aber wachsen uns auch ungeahnte Kräfte zu, die uns Wege gehen lassen, die wir von allein nie gewählt und auf denen zu gehen wir lieber verzichtet hätten. Ob wir es zu einem guten Ende bringen, das wissen wir nicht, versuchen müssen wir es trotzdem, um der Gütigen und unserer selbst willen.

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