Unnützes Wissen:

Unnützes Wissen: Eine Kiste mit Wassermelonen wiegt zwischen 16 und 19 kg. Ich schaffe es – noch untrainiert – ca. 4 Kisten in 3h Stunden mundgerecht zu zerlegen und in grossen Bechern zu verteilen. Diese werden gedeckelt, versiegelt, etikettiert und in der Kühltruhe ausgestellt.

Und ich habe dann 36 Euro brutto verdient. Meine Kollegin, eine gelernte Fleischereifachverkäuferin, ist deutlich schneller. Schliesslich muß ich die Ware entweder auslegen oder in den Kühlraum fahren und die Küche und das Besteck reinigen. Nach 5,5 Stunden mache ich eine halbe h Pause.

Dann versorgen wir die Salatbar – Ware aus dem Kühlraum holen, nachfüllen, die Salatbar richten und kontinuierlich reinigen. Besteck und Salatschalen, sowie Deckel und Salz, Pfeffer, Öl und Essig nachlegen und die Waren verwalten. Gegen 14.00 alles saubermachen und 14.30 Uhr

Schichtende. Abgerechnet werden an dem Tag für mich 90,- Euro brutto. Davon zahle ich Krankenkasse, Arbeitslosenversicherung, Pflegegeld und Rentenbeiträge und Lohnsteuer. Ich lande trotz der schweren Arbeit in der Altersarmut und werde im Alter entweder Flaschensammeln oder

arbeiten müssen. Ich muß GEZ zahlen, Miete, Energiekosten, die Monatskarte für 89,- Euro, mich kleiden, Kommunikation tragen, meine Schriftstellerei und meinen Blog in Eigenproduktion finanzieren und steigende Lebensmittelpreise aufbringen. Ich habe kein Auto, rauche nicht, habe aber ein Kind großgezogen.

Zwar freue ich mich, mit so stolzen Menschen zusammenzuarbeiten, bin froh Arbeit zu haben und ich sehe den Marktleiter auch selbst anpacken, aber ich frage mich schon, welche Zukunft uns Lowperformern zugedacht ist. Uns Frauen der Babyboomergeneration – “Nomadland” läßt grüssen.

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