Wahn

Aus der Kränkung des Individuums – überwiegend einsam und ohnmächtig einer sinnlosen und überwältigenden Realität gegenüber zu stehen, geschieht eine Umdeutung der Ohnmacht in Macht oder zumindest einer Wirklichkeitsdeutung in der der Einzelne im Zentrum des Interesses steht. Der Wahn macht es erträglicher, der stumpfen Faktizität gegenüber zu treten. Die Zusammenhangslosigkeit wird deutbar und die Fragen erhalten Antworten. Zufälle werden aus dem Weltbild eliminiert, Unerklärliches erklärt. Diesen Ausweg aus der Erfahrung der Rohheit der nackten Existenz, möchte man sich natürlich nicht nehmen lassen und reagiert äußerst aggressiv auf Interventionen, die das wahnhafte Weltbild bedrohen.