#Deutschtum und andere Irrtümer

In der vergangenen Woche wurden einige Themen heiss im Netz diskutiert. Dazu gehörte auch #Akif Pirinçci, der sich in seinen Äußerungen über unsere Gesellschaft provozierend abfällig über Feminismus und rot-grünen Zeitgeist äußert. Ich will gar nicht im Detail auf die Diskussion eingehen. Möchte aber gerne folgende Frage aufwerfen: Herr Pirinçci, in Ihrem Interview im ZDF Mittagsmagazin stellen Sie das Konzept einer „Identität“ als soziologische Erfindung und Selbstrechfertigung infrage. Hierin kann ich Ihnen durchaus folgen. Auch mir scheint „Identität“ lediglich ein Selbstbild oder Selbstkonzept zu sein, dass davon ablenkt, dass Persönlichkeit und Überzeugungen einem lebenslangen Wandel und Prozess und verschiedenen (sozialen) Einflüssen ausgesetzt ist. Dieses Konzept (Identität) kann das Individuum durchaus benutzen, um es vor einer eigenständigen Bewertung und Entscheidung gegenüber der Realität und verschiedenen Handlunsgoptionen zu entheben, also eine „selbstgewählte und selbstverschuldete“ Unmündigkeit begründen… Wieso sprechen Sie aber im gleichen Interview von einem „Deutschtum“, das sie lieben, das sie erhalten und konservieren möchten. Ein wie auch immer geartetes Deutschtum kann ja wohl auch nur so ein falsches Identitätskonzept sein, dem Sie sich hier aber andienen. Warum?
Außerdem möchte ich betonen, dass Projektionen und Selbstprojektionen durchaus einen grossen Einfluß auf das Selbstkonzept und Selbstbild einen Individuums entfalten können, hierzu empfehle ich das Buch „Andorra“ von Max Frisch zu lesen.

Meine Perlen, Quellen und Textsammlungen der vergangenen Woche unter anderem zu den Themen #Ukraine und #Identität, sowie neurechten #Friedensdemonstrationen bzw. #Montagsdemonstrationen lassen sich hier finden: https://www.facebook.com/diedorettes