Auf mich zurückgeworfen

Es ist traurig, aber Facebook kann einen Partner ersetzen. Man zeigt, was einen bewegt und erhält dafür Anteilnahme und nimmt Anteil. Der Alghoritmus ist psychologisch ausgeklügelt und scheinbar durchbricht man seine Einsamkeit. Dafür übereignet man Marc Zuckerbergs Konzern ein Psychogramm und die Nutzungsrechte für seine Beiträge. Selbstverständlich hat mich die Nutzung von Facebook bei der Bewältigung einer tiefen Erschütterung meiner Lebensbezüge begleitet und mich zu Lebensmut zurückgeführt, einfach, weil es einfach war, Interessen und Emotionen zu teilen. Es lehrte mich, mich verständlich zu machen – zu formulieren, Bilder zu finden. Ich fand für meine Lyrik und Fotografie ein Publikum. In mein Leben trat Fülle. Ich bin gespannt, wie es mir gelingt hierfür Neues für mich zu finden…
Denn ich mache mir nichts vor, das Wenigste davon kann ich in eine andere Form übertragen. Facebook ist einfach und angenehm – ein Zuckerberg – und das ist genau das, was mich verwöhnt hat und zur Bequemlichkeit verleitet. Mir gelang es mit dieser Krücke, die enorme Wucht meiner Gefühle und Frustrationen zu balancieren und kompensieren. Wie ist Deine Erfahrung, liebe Leser*in?

Geduld

– ich habe keine mehr, doch ringe ich sie mir täglich ab. Das ist natürlich gefährlich, denn irgendwo muß die Wut ja hin und da heißt es aufpassen, dass man nicht Schwächere verletzt. Ich mildere den Zorn mit sanften Bildern und körperlicher Ertüchtigung bis zur Erschöpfung und Schmerz. Und ich weiß, damit trage ich zur ohnehin fragilen Stabilität bei, doch eine Genugtuung ist mir das nicht, obwohl ich Familie habe.