139 | Stadtsommer

Unablässig knattert und braust es
in Häuserschluchten auf schmelzendem Asphalt.
Nicht anders, als das Meer
im Sturm, rauscht es.
Als sei es Brandung klingt der Verkehr.

In warmer Sommerluft liegt der Geruch
von zerfliessendem Teer.
Der leichten Kleider Kattun bauscht sich
in heisser Böe über dem Gehsteigpflaster.
Der Hitze Lufthauch
macht das Atmen schwer.

Im gleissenden Schein der langen Tage
liegt die bunte Trauer des Herbstes fern.
Träg gleiten ein paar Schwäne
auf dem Spiegel des Kanals.
Am Abendhimmel – nördlich –
erscheint die Venus als der erste Stern.

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