135 | Sommertag

Schön ist es in der Mittagsglut unter einem
alten, hohen Baum im Schatten zu sitzen.
Glücklich summt ein Sommertag.
Leicht klingen unsere Herzen von freundlichen Scherzen.

Dann aufstehen und durch die Duftpolster
der blühenden Wiese streifen.
Gottt erzählt von der Via Appia
bis wir die Eschen am anderen Ende des Parks erreichen.
Ein paar Liegestühle stehen für uns da.

Ein anderer Sommerabend
unter denselben Eschen
und Du so fremd.
Es war Dir nichts mehr recht zu machen.
Du hast mich sehr beschämt.

Obwohl seither viel Zeit vergangen,
verlischt die Erinnerung nicht.
Wir waren damals in neue Leben aufgebrochen,
doch das wusste ich noch nicht.

Und am Himmel oben wohnt
heute ein halber Mond.
Zitronengelb seine Sichel über den Dächern thront,
umwölkt von einigen zarten Schleiern.

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