Sommar

In dem Sommer als ich zu Deiner zwar untreuen, aber dauerhaften Geliebten wurde
und ich Dich vom Schulfest mit dem orangen Auto meiner Mutter nach hause fuhr,
pflückten wir Früchte von des jeweils anderen Ohr.
Damals blitzte mein weisser, mit Garn bestickter,
knöchellanger, lochgemusterter Rock
unter dem kirschroten, flatternden Riesen-T-Shirt hervor.

Wir waren sehr jung und kannten keine Schrecken.
Waren nur damit beschäftigt von unseren Lippen
klebrig süsses Eis abzulecken
und waren auch sonst glücksverheissend dumm.

Ich hatte es mit Dir nicht zu schlecht getroffen.
Ein anderer ist unter die Schlachter gegangen.
Doch am Ende warst Du Dir selbst zu verschlossen.
Da wurdest Du überdrüssig, der blödsinnig naiven Art
mit der ich in Dich dümmlich vernarrt war
und Du liesst an mir kein gutes vom erblichenen Haar.

Schon sind wieder Jahre ins Land gegangen.
Längst meint eine andere, sie hätte Dich eingefangen.
Sie hat Dich nach allen Seiten umhegt und umstellt.
Wer weiss was Du machst, wenn Dir mein schiefer Zahn,
meine Hingabe und Zärtlichkeit und unser erster Sommer einfällt.

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