Ronald D. Laing über das so genannte „Normale“ und Veranstaltungshinweis: Diagnose: Gesellschaftlich unbrauchbar mit Aussicht auf Heilung

R. D. Laing, „Das schizoide (Anmerkung SR – nicht das schizophrene) Individuum errichtet… keine Abwehr gegen den Verlust eines Teils seines Körpers. Sein ganzes Bemühen zielt darauf, sein Selbst zu erhalten. Das Selbst hat,… eine prekäre Existenz, es ist der Furcht vor seiner eigenen Auflösung in Nicht-Sein unterworfen… Die Autonomie des Selbst ist vom Verschlungenwerden bedroht. Es muß sich schützen vor dem Verlust seiner Subjektivität und seines Gefühls, lebendig zu sein… Das Individuum fürchtet eine reale lebendige dialektische Beziehung mit realen, lebendigen Leuten… Wir schlagen darum vor, daß der schizoide Zustand… als ein Versuch verstanden werden kann, ein Sein zu erhalten, das unsicher strukturiert ist. (S. 94)“ https://www.thur.de/philo/kp/gs.htm
Literatur von Ronald D. Laing – „Das geteilte Selbst“ und „Phänomenologie der Erfahrung“:

In diesem Zusammenhang interessant:
Diagnose: Gesellschaftlich unbrauchbar mit Aussicht auf Heilung
5. September 2015 in Berlin-Neukölln

Analyse und Kritik der heutigen Psychiatrie in ihrer Parteilichkeit für die herrschenden bürgerlich-kapitalistischen Verhältnisse

Im Vergleich zwischen denjenigen, die tagtäglich fröhlich mitmachen, ihre kapitalistische Verwertung als Bewährungsprobe betrachten und auf die nicht ausbleibenden Misserfolge mit einer Anpassung ihrer Erwartungen und Intensivierung ihrer Anstrengungen reagieren und denjenigen, die dies nicht (mehr) können oder wollen, kommen Psychologie und Psychiatrie zum tautologischen Schluss: Verrückte sind nicht normal, da sie nicht sind, wie es sich gehört.
Die von Psychologie und Psychiatrie betriebene ideologische Verklärung des existierenden Klassenverhältnisses und der dazugehörigen Staatsgewalt, unter dem Label der Normalität, lässt nicht mehr die Frage zu, ob die bestehenden Verhältnisse überhaupt etwas für die Interessen und Bedürfnisse der Menschen taugen und ob es vernünftig ist, sich zum Mittel von Kapital und Staat zu machen.

Im Gegenteil: Psychologie und Psychiatrie gilt die Welt als bestehender Sachzwang, an den sich die Menschen anzupassen und einzurichten haben – wobei dieses Funktionieren-Müssen dann auch gleich als „menschliche Natur“ hingelogen wird. Und wer dies nicht (mehr) hinkriegt, dem wird geholfen!
Wir möchten in dieser Veranstaltung am Beispiel psychologisch-psychiatrischer Diagnostik erläutern, welche Denkfehler und welches Menschenbild dem psychologisch-psychiatrischen wie auch dem Alltagsverständnis zugrunde liegen, wenn von psychischen Störungen die Rede ist und selbige fremd- oder selbstdiagnostiziert werden. Dabei soll die Frage beantwortet werden, für welche staatlichen und kapitalistischen Zwecke das psychologisch-psychiatrische System innerhalb hiesiger Verhältnisse Partei ergreift.

Der Ort ist barrierefrei. Anmeldung erforderlich.
Anmeldung unter: https://gegen-kapital-und-nation.org/tagesseminar-diagnose-gesellschaftlich-unbrauchbar-mit-aussicht-auf-heilung

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