Ohne Dienstpflicht etwas dürfen

Ich darf nicht schlafen MÜSSEN
in dieser kurzen Sommernacht
Anfang Juli in meiner Wohnung
in Kreuzberg am Viktoriapark.

Kann nach einem kurzen Schlaf
noch einmal aufstehen,
mir etwas Kaltes zum Trinken
aus dem Kühlschrank nehmen.

Etwas vom Kärtner Speck säbeln
und ein Butterbrot mit ihm belegen,
Dran denken, wie es damals war,
als das Herz bis zum Hals schlug.

Damals raubte ich die Nächte,
weil ich jung war und meinte
die Liebe gefunden zu haben.
Fiebrig klumpte der Magen vor Glück.

Voller Ängste etwas zu versäumen,
wollte ich alles auskosten
und einander intensiv begegnen.
Ich war jung, erwartungsfroh
und in das Leben und außerdem –
unter anderem – in meinen späteren Mann verliebt.

Begegnungen sind heute zwar nicht
unmöglich, aber eher tief freundschaftlich
und voller Freude über ein gelungenes Gespräch.
Auch junge Menschen erfreuen mich.

3 Gedanken zu „Ohne Dienstpflicht etwas dürfen

  1. Sehr schön – auch der Anklang an die urbane, vertraute Berliner Region. Und sicher: Wir dürfen ungefähr alles. Jederzeit. Wir sind schon groß!

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