Nein

Nein, sage ich der Welt, hört auf, mich zur Heiterkeit zu bitten.
Ich trinke ungesüßtes Gebräu aus schwarzgebrannten Bohnen und schmecke all seine Bitterkeit.
Ihr antwortet nicht. Warum auch? Wer sollte schon antworten können?
Die sich abseilten, ihr Lager in der Ferne aufzuschlagen? Sie versuchen mit Gewalt zu vergessen, was ich bewahren möchte. Nichts davon blieb allerdings.
Nein, wir kommen nicht überein, dass diese Welt ein warmer, fröhlicher Ort sei, an dem die duftenden Rosen leuchten und die Neumondsilbersichel glänzende Zeiten markiert. Es wird Fron geleistet, es wird vergessen, ignoriert, zerschlagen, getötet und entwurzelt.
Was ist der Irre in seinem Wahn gegen die wirklichkeitsvergessene Beschwörung von Liebe und Achtung nach dem Treuebruch? Wozu die Narben verdecken? Weil alle Welt nach unversehrten Antlitzen verlangt? Nein, Euer Glück beruht auf Vergessen. Ihr löscht Eure Erinnerung und kappt das Band zu Euren Taten. Doch nur eine dünne Firniss verdeckt die Gräben Eurer dunklen Handlungen, die Ihr in aller Leichtfertigkeit begingt. Jedesmal auf’s neue schwört Ihr auf Glück und Dauer. Ihr errichtet Eure strahlenden Paläste auf den Scherben der eingeworfenen Fenster der Häuser, die vorher dort standen und vernichtet die Erinnerung. Kristallen strahlen die Lichter in Euren Schandhäusern. Wer sich Euch nicht fügt, wird beiseite gewischt.
Nein, Eure viel erbetene Heiterkeit ist ruchlos.
Ich bleibe die Frau im Schatten.

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