Malocherinnen-Ehre, Malocherinnen-Stolz

Noch ist die körperlich für mich sehr herausfordernde Arbeit ungewohnt, aber zusehends werde ich nicht nur physisch, sondern auch mental immer kräftiger. Nachmittags schleiche ich zwar in kleinen Tippelschritten nachhause, aber ich weiss auch, was ich geschafft habe. Heute habe ich zum Beispiel etwa drei Kilo Erdbeeren geputzt und geteilt und zwanzig Kilo Wassermelonen in einer halben Stunde zerlegt. Morgens trinke ich einen grossen Pott Espressokaffee, um wach zu werden und abends etwa einen halben Liter alkoholfreies Bier, das ich wegen seiner Bitternis schätze, um meinen Durst zu löschen. Zum Ende der Arbeitszeit schmerzen meine Füsse und mein Rücken. Und besonders schwierig wird es für mich, wenn ich etwas vom Boden aufheben muß. Aber das wird in ein paar Wochen sicher viel einfacher gehen, wenn ich trainiert bin. Nicht alles klappt gleich gut, wie die Bedienung von elektronischen Geräten um den Warenfluß zu protokollieren und als Computerfrau komme ich mir dann dumm dabei vor. Lieber hantiere ich mit den scharfen Messern, auch wenn meine Kollegin – eine Fleischereifachverkäuferin – mir dabei weit überlegen ist. Wenn ich dann am Nachmittag ausruhe, habe ich noch den Duft der Melonen in der Nase.

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