105 | Hafenlos

Wenn Du dereinst ins Grab sinkst,
mußte ich lang schon Abschied von Dir nehmen.
An Deiner Grube trauert dann eine andere.
Du reihst Dich ein in eine Kette.

Auch meine Väter haben sich
alle Anteilnahme vor ihrem Tod verbeten,
wie meine Mutter, die früh verstarb.
So mußte ich die Lebenden betrauern

Und fand nie Antwort auf die Frage
nach dem Warum.
Ihr gleicht in meinem Leben
schattenhaften Gespenstern.

Als bleiche Schemen huscht Ihr als Gedanken
an das Ungesagte durch manchen Tag
und manche Nacht.
Ich aber steuere ohne Hafen
durch Eure Unerbittlichkeit.

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