Hätte ich…

Hätte ich bisher nicht ein gutes Leben gelebt, ich würde wohl sehr mit meinem Schicksal hadern. Aber mein Weg war sonnenbeschienen, wenn ich auch häufig unglücklich war, weil es sich nicht meinen Wünschen fügte. Aber bin ich nicht als Solitär wahrhaftiger, als völlig zurückgenommen in einer Beziehung mit einem latent aggressiven Partner? Kein Sex kann so schön sein, dass er über den Jähzorn eines frustrierten Mannes hinwegtröstet. Nun stehe ich, gesegnet mit einem lieben Bruder, wunderbaren Nichten und Neffen, wenigen, aber richtig guten Freunden und meinem erwachsenen Kind mitten in meinem abenteuerlichen Leben und gebe mein Bestes, um auf beiden Beinen dazustehen. Das hätte ich vor sieben Jahren noch nicht gedacht. Die Trennung war ein Schock. Aber ich habe schöne Reisen erlebt, beruflich Erfahrungen gesammelt und bin in einer schwierigen Zeit voller Optimismus, dass ich klarkomme. Meine Trauer hat sieben Jahre gedauert. Ich denke, sie ist nun überwunden. Niemand aus meinem Umfeld konnte sich vorstellen, was es bedeutet, Abschied von dreiunddreissig gelebten Jahren zu nehmen.
All die friedlichen und ruhigen Jahre haben mich für diesen Sturm genährt. Es ist sehr kränkend verlassen zu werden, wenn man verblüht ist, aber man ist noch nicht am Ende seines Weges, weil der Jugendschmelz weg ist.

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