Gedichte: Amorphe Zeit, Sacrow, Bitte, Verlangen


34 | Verlangen

Jahr um Jahr der Trauer sind vergangen,
doch mein drängendes Verlangen
nach zärtlichen Küssen und Umarmungen
haben Dunkelheit und Einsamkeit widerstanden.

Die ungestillte Sehnsucht
übermalt in leuchtenden Farben meine Flucht
aus dem tristen Grau
des alltäglichen Einerlei
in einem Traum
von verführender Phantasterei.

So setzt das stete Verlangen
die schönsten Bilder
in einer häßlichen Gegenwart frei
und von dort kam der Mut, mit dem ich
gedanklich und praktisch
auf Deinem Weg Dir bin nachgegangen.
Daher kam auch die Hoffnung für Zukunft,
der ich habe seit jenem
glücklichen Moment angehangen.

 

33 | Bitte

Ich bitte Dich, sei nicht gemein.
Denke dran, schon bald werden wir
Staub, Asche und Vergangenheit sein.
Drum nimm mich lieber zärtlich bei der Hand
und flüstere sanft:
„Du bist mein.
Mit Dir möchte ich für immer
glücklich beisammen sein.“

 

32 | Sacrow

Ich stehe im flachen, klaren Wasser
des türkisblauen Sees.
Der feine, helle Sand quilt durch die Lücken
zwischen meinen Zehen.

Ein Schwarm kleiner Rotfedern blinkt flinkernd
vor meinen Beinen,
die kühl in den Fluten stehen.
Ich hebe den Kopf,
um nach den weissen Haufenwolken
vor dem Azur des Himmels zu sehen.

Ihr Weiss scheint sich langsam
auf die Erlen am Ufer zu zubewegen.
Wie die Fische im Wasser eifrig streben
ihr Leben zu bergen,
möchte ich diese Stunden
als Erinnerung in Versen
und Reimen der Ewigkeit übergeben.

31 | Amorphe Zeit

Durch mein Sehnen
beginnen sich die Stunden
unendlich auszudehnen.
Dabei sprachen wir noch gerade eben
von nahen Zukunftsplänen.
Bitte habe doch das Einsehen,
so schnell wie möglich zu mir zurückzukehren.
Dann kann ich Dich für den Rest meines Lebens
herzenswarm umarmen
und vom Glück durchströmt geniessen und verehren.

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