Gedicht: „Gedächtnislücken“ für PR zum 55.

43 | Gedächtnislücken

Heute vermute ich, dass die Lücken
und Verschwommenheit in meinem Gedenken
der mantrischen Beschwörung
von Unendlichkeit dienten.
Ich zauberte Ewigkeit durch Wiederholungen herbei
und vertauschte so Vergangenheit und Gegenwart
als sei das Einerlei.

Ich hoffte so, das Glück
und die Zufriedenheit ungebrochen
in die Zukunft auszudehnen
und durch diesen Kunstgriff
der Unwiederholbarkeit
des Moments zu entrinnen.
Inzwischen hatte ich genug Gelegenheit,
mich nach dieser Geborgenheit zurückzusehnen.

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