Gedicht 62 | Mit Deinem Bild



Mit Deinem Bild in mir

geh ich voran,

weil ich nun glaube,

dass ich es nicht nur muß,

sondern auch kann.


 
Dein Spieltrieb, Dein Lächeln und Dein Mut

helfen mir dabei.

Trotz Deiner Ferne tust Du mir gut.


 
Dein vergangenes Schicksal, 

das auch aus den alten Fotos, 

die ich mir suchte, zu mir spricht
,
berührt und besorgt mich gleichzeitig,

denn ich verstehe jetzt, es behindert und belastet Dich.


 
Es ist nur richtig,

dass Du darin bist 
so tief verstrickt.
Ich war nur gekränkt,

weil Du ohne Abschied 

fortgegangen bist.



Das blaue Karohemd, Dein Doppelkinn,

die bunte Katze, als Genickwärmerin,

da sehe ich noch das Kind.
 


Doch Dein letztes Bild in meinem Kopf ist,

wie Du da lagst – lächelnd in einem tiefen Schlaf,

weil Du erschöpft vom Leben warst.
 
Du kannst darum nur Dich selber schultern.

Hast alles weggegeben,
was Dir Ballast sein kann,

so schützt Du Dich
und Dein so junges Leben

auf Deinem Weg.
 


 Doch ich hoffe, Du erinnerst Dich gelegentlich daran,

dass Du einiges dafür hast getan,

dass sich die Erinnerungen von Dir 

so glücklich in mein geöffnetes Herz geprägt haben,

trotz der großen Kluft zwischen uns
von neunundzwanzig Jahren.

 

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