Es war nur Stroh

Verratene Liebe schlug mir die schlimmsten Wunden.
In dunklen Nächten habe ich keinen Schlaf gefunden.
Das Weiterleben habe ich mir daraufhin sehr trotzig
und auch bitter abgerungen.
Die Leichtfertigkeit mit der der Schwur gelöscht
und die von Jahrzehnten so überhaupt nichts übrig läßt,
hat mich befremdet und entsetzt.
Und dann, weil es ganz ohne einen Abschied oder Übergang geschah,
in sprachlose Verstörung und betäubenden Schock versetzt.

Nur eins weiß ich nun, zum Glück,
es führt kein Weg zu uns zurück.

Es war kein Kampf, der zu gewinnen war,
nur Dürftigkeit und Blöße – so lag die Wahrheit unvermittelt da
und nirgends ein Zipfel, der sie schamhaft zu bedecken in der Lage war.

Das Gefäß, in dem das Kostbarste bis dahin sicher geborgen schien,
liegt in unendlich vielen Splittern auf unserem Weg und jene Kostbarkeit verging
und alle Sehnsucht ging ebenso mit ihm dahin.

Ein steter, kühler Wind zerrt auch die Reste fort.
Die Welt wurde mir danach ein heimatloser, unwirtlicher Ort.
Und wenn das Klagelied verhallt ist,
bleibt sie erstarrt von Frost und Kälte,
selbst wenn der warme Glanz der Sonne sie je wieder strahlend schön erhellte.

Die verheissungsvolle Glut, die auf dem falschen Schein des Trugs beruht,
ist ganz verloschen.

Nun bleibt von uns selbst das nicht mehr,
nicht mal ein letzter Funken Hoffen.

Es war nur Stroh.
Und leer.
Es ist gedroschen.

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