Ein altes Paar

Schon sehr lang
blicken wir einander
nicht mehr direkt an.
Vielleicht wollen wir nicht sehen,
wie die Zeiten über uns hinwegziehen.

Lieber wollen wir der Zeit selbst
beim Vergehen zusehen,
darum bleiben wir – ohne einander anzusehen –
an ihren Rändern stehen.

Dort träumen wir, sie würde uns auf diese Weise
in die Unvergänglichkeit aufnehmen
und die gelebten Momente würden sich so
ins Unendliche ausdehnen.

Wir schmelzen mit diesem Zauber
Gewesenes, Werdendes und Jetzt zusammen
und sind gemeinsam,
zwar unsichtbar,
aber doch in unserem Bild eingefangen
– einander unauslöschlich nah,
während wir, derart scheu nebeneinander stehend,
in seine, von uns in dieser Form beschworene,
Gesamtheit hineinsehen.

Wir hoffen – sehr behutsam,
wir sind dann ganz
von dem Gespinst
der Ewigkeit umfangen.

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