Die Babyboomer – eine depressive Generation, 1964 – vor 50 Jahren: Dr. Martin Luther King erhält den Friedensnobelpreis, Honigquelle 21: Mahatma Gandhi

Warum ist die Babyboomer Generation, die aktuell zahlenmäßig am stärksten vertretene und damit eigentlich zur Zeit machtvollste Generation, gesellschaftlich so unsichtbar?

AnmerkungDiese Frage beschäftigt mich schon einige Zeit. Wie konnte es soweit kommen, dass der Auftrag die Gesellschaft zu gestalten und weiter zu entwickeln konsequent delegiert wird – an die Jungen und die Alten, auf jeden Fall nach aussen? Wo liegt die Ursache? Ich erkenne es im Selbstkonzept dieser (meiner) Generation. Die Babyboomer sind schon resigniert gewesen, bevor sie aufgebrochen sind und sie geben ihre resignierte Haltung leider an die nächste Generation weiter. Resignation ist verknüpft mit Depression. Wir leben in einer depressiven Gesellschaft.
Die einen sind manisch-depressiv, sie verfallen in Aktionismus – verfolgen Karrierepläne (bis in die ihrer Kinder hinein) und frönen dem Warenfetisch, die anderen verspüren dazu keine Kraft oder haben keine Mittel und zerstören sich still und von ihrer Umwelt kaum bemerkt im Rückzug.
Selbstverständlich findet die Depression auch Ausdruck in anderer Gewalt oder Gewaltphantasien – Mobbing in jeder Form, Zynismus, jede Form von Ausgrenzung und Vorurteil. Zugrunde liegt – Resignation und der Resignation zugrunde liegt der tief verinnerlichte Glaube an die eigene Ohnmacht, das ist das Selbstkonzept der Babyboomer, sie tragen es in die Welt und verstärken es vielfach, – Ausnahmen bestätigen die Regel: https://www.umsetzungsberatung.de/psychologie/resignation.php
Auch die Klügsten der Babyboomer, die verinnerlicht haben – „Wir leben im Kapitalismus. Er bestimmt unser Sein und Bewußtsein. Erst wenn der Kapitalismus sich selbst überwunden hat, was er aber aus sich selbst heraus tun wird, kann etwas Darüberhinausweisendes entstehen.“ nehmen daraus hergeleitet eine Haltung ein, die dem Fatalismus des Feudalismus in nichts nachsteht.
Die Konstruktion der Wirklichkeit und die reale Welt hängen von unseren inneren Bildern ab, sie münden letztlich wieder in einer self-fulfilling prophecy.
Wohin das gesellschaftliche Zünglein ausschlägt, das liegt in unserer Verantwortung. Dafür gibt es auch keine „Exit-Strategie“. Die Entstehung des Faschismus kann man historisch beschreiben, aber nicht rechtfertigen.
Legen wir uns ins Zeug! Edward Snowdens Enthüllungen, das Kriegsgerede, dei Kriegshandlungen, unser Land – der zweitgrösste Rüstungsexporteur weltweit, an den EU Aussengrenzen sterben massenhaft Menschen, Kinder werden für den Schokoladenkonsum versklavt und und und. Mit anderen Worten, wir haben ganz schön viel zu tun. Und zwar zunächst mit uns selbst, aber da endet es nicht.
Aber, hej, – Leben macht Mühe. (In der Verwöhnung, der Entwöhnung von angemessener Anstrengung (nicht entmutigender Überforderung), liegt die andere Ursache für die Depression).
Wir müssen Herrn Steinmeier widersprechen und wir müssen mehr miteinander sprechen! Wir dürfen nicht wegsehen, wenn sich unser Chefdiplomat offiziell von der Menschlichkeit als dem obersten Primat der Politik verabschiedet.
Steinmeier: -> „Menschlichkeit ist ein Faktor der Außenpolitik, sollte jedoch nicht entscheidend sein. (…) Im deutschen Interesse ist eine stabile Welt.“

Daher möchte ich meine Generation, die Babyboomer, also in erster Linie auch mich selbst, heute an eine Rede erinnern, die uns der Friedensnobelpreisträger Dr. Martin Luther King anläßlich seiner Preisverleihung 1964 in die Wiege gelegt hat und in der er feststellt:Civilization and violence are antithetical concepts.“ Original: https://www.nobelprize.org/nobel_prizes/peace/laureates/1964/king-acceptance_en.html
übersetzt: https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/002652.html

Perlen:
Wer am 24. August in Berlin ist, darf sich auf ein Konzert des West-Eastern-Divan-Orchestra freuen: https://www.waldbuehne-berlin.de/daniel_barenboim_2014-08-24_19.html
Hier mehr zu der Friedensarbeit, die dahinter steckt:
https://www.daniel-barenboim-stiftung.org/d/

Anderswo ist vielleicht Zeit mal wieder ins Kino zu gehen und herzlich zu lachen, nicht zuletzt über sich selbst:

Honigquelle 21: Mahatma Gandhi

Honigquelle 21: "Du und ich sind eins. Ich kann Dir nicht wehtun, ohne mich selbst zu verletzen." Mahatma Gandhi

Honigquelle 21: „Du und ich sind eins.
Ich kann Dir nicht wehtun, ohne mich selbst zu verletzen.“ Mahatma Gandhi

 

2 thoughts on “Die Babyboomer – eine depressive Generation, 1964 – vor 50 Jahren: Dr. Martin Luther King erhält den Friedensnobelpreis, Honigquelle 21: Mahatma Gandhi

  1. Die 68er Generation sprach viel von liebe und wenig von Kriegen, _fait l’amour et pas la guerre_ und was geschah, ein Großteil wurde im Vietnamkrieg verheizt, das Heroin und Morphium kam auf, diese Drogen fegten auch noch einen großen Teil dieser Generation weg und die Regierungen kreierten an Klimabomben herum, Russland griff sogar Amerika mit Klimabomben an, verursachte all die Erdbeben längs der pazifistischen Küste. Alle Generationen haben Ideale, sie werden immer von den Gesellschaften dem Boden gleichgemacht. Die Antibabypille machte dann noch den Rest, sie ist heute sozusagen nicht mehr zugegen, sie wurde regelrecht mit Drogen, Kriegen und der Verhütungspille am Boden zerstört. a gibt es eine ganz einfache Erklärung dafür, die räumliche und zeitliche Qualität ist im stetigen Wandel, es wird nie wieder eine 68er Generation geben, dies, weil Neptun nie wieder die gleiche Konstellation einnehmen wird. Neptun, symbolisch ja mit einer Schale dargestellt zeigt die Öffnung oder Aufnahmefähigkeit nach oben auf. In jungen Jahren ist man viel aufnahmefähiger als in alten Jahren, deshalb wird Neptun gerne mit der heranwachsenden Generation in Verbindung gebracht. Je nach Neptunkonstellation gibt es starke und schwache Generationen, je nach den vorherrschenden räumlichen und zeitlichen Qualitäten, nur, die Astrologie wurde in den letzten 50 Jahren derart in das Lächerliche gezogen, heute wissen die Menschen nicht mal mehr, wie es um die Symbolik von Neptun steht. 

    • Lieber Ulf, die 68er waren unsere Lehrer und Eltern, die Eltern der Babyboomer. Sie sind aufgebrochen und losgesegelt und sicher auch gescheitert. Vor allen Dingen waren sie engagiert, mit ihnen wurden Grenzen durchlässiger. Soziale und nationale.
      Jetzt sind wir, ihre Kinder und Schüler, in einem Lebensalter in dem wir mitten in der Verantwortung stehen.
      Wo ist unser Einsatz, unser Engagement?
      Es ist wie Nina Simone feststellt: „Dies ist die Welt, wie Du sie gemacht hast, nun mußt Du in ihr Leben.“ Die Welt ändert sich nicht, wenn wir Steve Jobs anbeten und alle 12 Monate ein neues Sklavenarbeiterprodukt namens iPhone spazieren führen. Die Idee der Menschlichkeit und „die Entwicklung und Übung ihrer Praxis“ steht in einer längeren und älteren Tradition als nur in der der 68er. Sie zu pflegen, zu üben, zu fördern und zu kennen, sie nicht zu vergessen und zu verraten – aus der Verantwortung kommen wir nicht heraus. Wenn wir beginnen sie – in doppeltem Sinne – wahrzunehmen, ist viel gewonnen.
      Und definitiv – es geht unter anderem deshalb so langsam voran, weil jede Generation dies neu erkennen muß.
      Ja, Mystik, Astrologie regen die Phantasie an – aber welchen Weg ein Mensch einschlägt, das entscheiden nicht die Sterne.

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