49 | Wir teilen Brot und Salz



Ich will die Nachgekommenen
mit Brot und Salz begrüssen.
Ich weiss ja selbst, wie es beim Reisen ist.

Erinnern will ich mich an jeden,
der dabei in Gefahr und Schlimmeres geraten ist.



Es greifen nach mir die unerzählten Geschichten
von denen, die gestern und jetzt im Schatten stehen.
Sie ringen um Worte und einen Platz zum Leben
vertrieben von Unwissenheit, Gewalt und Hass.

Es kann nicht gehen,
wenn ein Mensch eine Nummer
in einer Verwaltungssache ist.
Noch sitze ich in meinem Versteck
und stopfe meine Hemden,
die verschlissen und löchrig sind.

Doch in Gedanken bin ich mit Dir
mein lieber Freund.

48 | Ansichtssache



Du trägst seit einer langen Weile
Deinen finsteren Scheinwerfer
an einem anderen Ort.

Ich sollte mich sputen,
doch noch erhoffe
ich mir mehr von 
meinen Träumen.

Ich besitze im Gedanken an Dich
eine Wunderlampe,
denn mit ihm schenke ich mir Glanz
in das trübe Tageslicht.
So weiche ich seinem Bellen aus.
Es ist etwas an dem ich mich
im Taumel der Unlust festhalten kann.

Wider alle Einsicht, 
fülle ich den Tag
noch einmal mit Deinem Zauber und
seinen Beschwörungen aus.

Ich sitze an einem Tisch
vor der Kneipe
während ich mir Nico und 
Enricos
Kunstwerk anschau
und wünschte, ich köpfte
ganz einfach
das namenlose Ungeheuer
das auf mich zukriecht
mit den Waffen einer Frau.