96 | Nimmerland

An jenem Ufer Nimmerland stand
die gekrümmte Kiefer im aufragenden Dünensand.
Schneidgras stach in den Himmel.
Es kräuselte sich glucksend der Wellenrand.

Rückwärtig graste in den Hügeln
zwischen duftendem Thymian ein Schimmel.
Möwen jagten am hellen Strand
und liefen Abdrücke in den feinen Sand.
Die Welt war glücklich simpel.

Gelb blühte der Senf
und roch so honigfein.
Eine trockene Alge lag kratzig und gekringelt.
Das hellgeblichene Muschelhaus war gerippt
– ein Herz aus geschliffenem Ziegelstein
zwischen Uferkieseln zu finden.

Die hohe Sonne stand am Firmament.
Das Meer wellte sich blitzend und flinkernd.
Der Hauch von Heckenrosen mischte
sich 
mit der salzigen Luft der Brise vom Meer,
die in der Hitze über’m Strand flirrte.

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