94 | Lieber Freund

Lieber Freund, so sitzen wir
abgeschieden, jeder in seinem Verlies.
Draußen dräut die Sommerluft.
Die Welt schmückt sich mit Blumenkränzen
als diesseitiges Paradies.

Uns aber in unserer Gruft
ist die Leichtfertigkeit der warmen Zeit
schal und trüb.
Der Überdruss hat sie uns vermiest.

All die leuchtenden Elfen und Gnome
sollen heimwärts ziehen.
Denn wir können sie nur
aus unserer Gefangenschaft
vom Fenster aus besehen.

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