89 | Im Kerker

Du, eingemauert in Ketten
aus bindendem Gift,
lass Dich nicht verdriessen.
Die Zeit wird doch verfliegen.
Das Leben kommt wieder
und nimmt Dich mit.

Du hinter turmhohen Mauern
– eingekerkert im Labyrinth.
Ich sende Dir einen Lichtstrahl
in das finstre Verlies.
Noch bis Du im Dunklen gefangen,
doch Du weisst, ewig dauert es nicht,
bis die eiserne Kette bricht.

Und denkst Du an das Schicksal der anderen,
die draussen stehen und gehen,
bedenke, dass sie vielleicht eben-
so eingesperrt sind.
Sklaven des täglichen Lebens
ohne Entlassungsplan.
An ihrem Hals ein Mühlrad
aus Routine.
Gewichte aus Pflichten
an ihrem Arm.

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