85 | Dämmer

Zurückgezogen im mittelblauen Zwielicht
hinter zugezogener Gardine
in unfreiwilliger Isolation.
Liege da und denke an gescheiterte Pläne

in denen ihr vorkamt 
– samthauchzarte Gesellen
in des Lebens Wanderung.

Geplatzte Träume ohne letzte Träne
ziehen hinein in schmerzlich aufgetürmte Leere.
Falle ins Bodenlose und erreiche keinen Grund.
Es löst sich kein Jammer aus dem Herzen,
nur Ermattung saugt mich zerschlagen
in den dunklen Schlund.

Vor den Fenstern gleisst die Sonne.
Der Frühling prallt zur Strassenseite ab.
Das kühle, dicke Gemäuer bildet die Rüstung,
wehrt die Ansprüchlichkeiten einer Welt in Strahlen ab.
Keine hoffnungsvolle Sehnsucht verhilft zur Verheissung
eines wunscherfüllenden Tags.

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