69 | Narbengewebe



Treten barfuß auf einen Teppich
aus messerscharfen, funkelnden Splittern.
Zerschlitzen mit tiefen Ritzen
empfindsame Fingerspitzen.

Verbrennen samtene Haut an glühenden Flammen.
Rupfen an Knoten in verkletteten Haaren.
Spülen schorfigen Grind mit Salzwasser aus.
Qietschend knarzen klingelnde Töne aus
unseren gepeinigten Leibern heraus.

Wie der Meersaum aus dem Strandsand
löschen wir die Spuren an gleissende Freude
aus unserem Gedächtnis aus.

Und endlich erscheint uns das Leben
als das Leid, das es ist,
weil Freundschaft und Liebe
nur amorphe Schemen aus
trügerischen Fieberträumen sind.

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