65 | Herbstmontag



Heute nimmt ein trübes Licht
vorm Fenster jede weitere Sicht.
Auf Fensterbleche klopft es sacht.
Es pocht und tropft.

Fahl strahlt der Monitor.
Suchend huschen die Finger
über die Tastatur.
Wolkenfetzen ziehen am Himmel vorbei.

Der erste Herbststurm ist da,
der Blätter von den Wipfeln reisst.
Du bist in L..
Ich hoffe sehr, 
Du schickst Dich
als 
wärmende Glut zu mir.

Was suchst Du draussen?
Komm herein.
Ich bedecke Deine Nacktheit
mit der Wolle meiner Locken.

So sitze ich und träume vom Glück
mit dem Du mich im Frühjahr
so hinreissend verzückt.
Du bist mein Löwe.
Ich Deine Braut.

Jetzt singe ich leise
und denke zurück.
Ich habe dem Herbstwind
meine Melodie anvertraut.

Statt Deiner Hand
streichelt er sanft
mein Haar und bläst
betörend die Erinnerung
an Deinen Duft heran.

Er weiss bereits,
dass selbst im Winter,
die Sehnsucht Liebe 
wahrmachen kann.

So ist der Hauch des Windes
bis ich Dich wiedersehe
mein strahlend schöner Mann.

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