49 | Damit – oder heroisch leben

Damit ich nicht innehalten muß,
zertrete ich die Tage
bevor sie mir lästig werden können.
Unter meinen schweren Schritten
zermalme ich Stunden und Sekunden.

Dämmert dann die Nacht herauf
reißt der Strom in die Tastatur gehämmerter Worte,
die Erinnerungen mit sich,
so dass ich von ihren Gefühlsannexen
überwiegend unbehelligt bleibe.

In den stilleren Momenten
mäste ich mich mit Nahrung,
die die Leere in mir stopft.
Schliesslich zerpflüge ich im Schlaf
meine Träume und treibe schwitzend des Nachts
die Restanflüge von Sehnsucht aus.

Jede Sentimentalität reisse ich
mit der Wurzel heraus
und herrsche mich in aller Frühe
von der Schlafstatt hoch.
Mit schwarzem, ungezuckerten Kaffee
brenne ich dann die Behaglichkeit und Süße aus.

Dann werfe ich mich zum Vermessen
und Zerschreiten des neuen Tages
auf’s Fahrrad und zuvor zur Tür hinaus.
So zerschlage ich meine Zeit
und hoffe, für Gefühligkeit bleibt in ihr kein Raum,
so gelingt’s und ich halte sie im Zaum.

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