48 | Winter

Winter, Du ehrliche Haut,
schälst unter dem grünen Pelz
das karge, dunkle Gerippe heraus.
Gedämpft und still, nicht schrill und laut

– so liegt die Welt
angehalten zu meinen Füssen.
Ein tiefer Schlaf umfasst mein Herz
und läßt das Dasein grüssen.

Winter, mein Held,
bei Dir darf alles ruhen.
Ich raste gern
bei Dir am wahren Kern
zwischen den kahlen Ästen
der schwarzen Erlen
und silbernen Buchen.

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