36 | Schwelgerei

Ich möchte in Umarmungen schwelgen,
von holden, süßen Lippen trinken,
den Wein und mein gebuttert Brot will ich mit Dir teilen,
Dir Träubchen und Walnüsse schenken.

Ich möchte ohne Sorge mit Dir glücklich sein
und nicht an den finsteren Winter denken.
Es soll nur Hollerblütensterne schneien.
Ich will mich in Dein Lachen senken.

Wir tanzen durch ein Rosenblütentor
und kramen die alten Schallplatten hervor.
Wir waschen die Holzböden mit duftender Seife aus
und gehen erst zur Nacht nach haus.

Wir freuen uns – fliegen die Tauben auf.
Wir sehen den Sichelmond über unserem Haus
und benetzen die Hände mit der Morgensonne Tauperlen.
Wir rasten im Schatten des Häusermeeres,
vergessen, was in unserem Schicksal von Unglück beschwert ist.

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