34 | Gen Norden

Schüchtern strahlt die Frühjahrsmorgensonne vom Himmel.
Gottt steigt am Gesundbrunnen in den Zug zu.
Wir frühstücken zwei Marzipancroissant.
Die Landschaft gleitet vorbei, wie im Flug.

Kiefernwälder säumen den Bahndamm.
Auf den Äckern steht schon das grüne Laub der Rüben hoch.
Die Kornweihe schlägt eine Maus.
Nach zweieinhalb Stunden steigen wir in Güstrow aus
und laufen zur Agentur.

Der Chef sagt, er habe ja gar nichts gegen Ausländer, aber…
Schon bin ich aus dem Bewerbungsgespräch wieder auf die Strasse hinaus.
Ein unflätiger Möwenschiss auf dem Mantelärmel.
Wir treffen uns am Gleis
und fahren noch nach Warnemünde.
Eine weitere Möwe
schnappt sich am Durchgang zur Düne Gotttes Eis.

Es fällt zu Boden.
Gottt vertreibt die Möwen mit Geschrei.
Wir laufen durch den Sand zum Wasser.
Gottt spaziert in seinen Allwettersandalen in die Dünung rein.

Ein kühler Wind peitscht über’s Meer.
Wir gehen zur Promenade am Hotel Neptun.
Auf einer Bank betrachten wir
die hereinkommenden Fähren aus Schweden.
Die „Nils Holgerson“
– ich kenne sie gut.

Der Himmel zieht sich zu.
Im Kurgarten sind Windschatten, eine Kurmuschel
und ein paar nackte Skuplturen,
darunter ein Geiger.

Auf dem Weg zum Bahnhof
entdeckt Gottt ein Plakat von einer Ausstellung
Triegels in Rostock.
Die sehen wir uns noch an
und den Skulpturengarten.
Dann nehmen wir die Bahn.

In Oranienburg bittet mich Gottt
nun ihn mal zu unterhalten.
Nach einigem Zögern erzähle ich
von meiner Reise mit Zug und Fahrrad
im winterlichen März nach Kopenhagen
vor zwei Jahren.

Wir steigen zusammen am Gesundbrunnen aus.
Nehmen die S-Bahnen.
Sie bringen uns in verschiedene Richtungen nach haus.

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