29.03.2016 | Aus meinem Poesiealbum – From my Poetry Collection or brotherly love

Krone der Schöpfung, König(in) ohne Krone
Im März vor vierzig Jahren schrieb mir mein Bruder dies ins Poesiealbum, damals war er neun Jahre alt:Krone der Schöpfung
Die Krone
Der König schreit aufgeregt:
„Wo bleibt nur meine Krone!“
Der Mann, der sie bringt, überlegt:
Ist er denn keiner ohne?
H. Baumann

Hans Baumann selbst war ein aktiver NAZI gewesen. Ich weiss nicht, ob das obige Gedicht sich aus seiner Auseinandersetzung mit der Vergangenheit entwickelte. Seine Biografie weist erschreckende Parallelen zu aktuellen Diskursen auf: „Bestimmende Themen seiner frühen Dichtung waren der soldatische Gehorsam, die Frontkameradschaft und der ehrenvolle Tod fürs Vaterland. Die Pflichterfüllung von Bauern und Arbeitern, Revisionismus, die Expansion nach Osten und die Verherrlichung der Mütter als Garanten für die Erhaltung des Volkes waren weitere Leitgedanken aus seinem ideologischen Kanon, der ihn zu einem nationalsozialistischen Dichter machte.

Konträr dazu lag der Schwerpunkt seines Schaffens nach dem Krieg auf der parabelhaften Erzählung historischer Ereignisse und der Konfrontation seiner Hauptfiguren mit Versuchung, Verführung und Zerstörung durch Macht und das Charisma realer Personen, wie in Ich zog mit Hannibal. Damit reflektierte er selbstkritisch auch sein Wirken während des Dritten Reiches, das bis heute umstritten ist.“
https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Baumann

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