24 | Ochsenfrosch

Ich liebte einst einen Jüngling.
Er war von schöner Gestalt.
Durch einen Kuss verwandelte er sich
in einen Ochsenfrosch
und ward so grässlich und kalt.

Ich hoffte viele Jahre,
das er wieder der liebe Jüngling werde,
drum pflegte ich ihn zärtlich
und ging neben ihm zu Bette.

So manches Mal wollte ich verzagen
und fristete mein Dasein mit Klagen.
Doch eines Tages quakte der Frosch:
“Ich habe eine Fröschin gefunden.

Bei der will ich vom Menschsein gesunden.
Lebewohl!” Er hüpfte fort und verschwand
im Schilf an des Sees Strand.
Ich aber blieb bitter zurück

und haderte mit meinem Missgeschick
und all dem vergeblichen Warten.
Drum möchte ich Euch sagen:
“Ändert der Liebste sich zu fröschischem Verhalten,
laßt ohne Zögern Abstand walten.”

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