Rhythm and Rhyme

Inzwischen folge ich der – manchmal hingeworfenen –
Aufforderung und mache mir,
wenn ich nicht weiter weiss,
selbst Verse und Reime drauf.

In einem von vier Fällen,
also bei weitem nicht allen,
hilft das vor allem,
das Mütchen zu kühlen,
und – das werde ich sehen –
vielleicht langfristig auch.

Was unklug ist…

Statt praktischer Philosophie, habe ich heute etwas zur Philosophiepraxis im Angebot. Was meint Ihr?

Weil dann meist schon nicht mehr zugehört wird, ist es ungeschickt die Schlußfolgerung in einer Argumentation vorweg zu nehmen. Natürlich hat es Gründe die Pointe vorzuziehen – so schnell wie möglich eine Antwort geben, wer weiss, ob man noch zum Begründen kommt.

Je nachdem, wie der Leser oder der Diskurspartner dann den noch unbegründeten Satz auffasst, fällt er bereits ein Urteil über ihn, ohne dass die Begründung dann noch vordringt. Daher wirkt es unter Umständen unbeabsichtigt konfrontativ.

Ich weiss selbst nicht, ob es mir je gelingen wird, das umzusetzen. Aber vielleicht kann ich damit entscheidend vorankommen.

Dabei

Für A. und S.
Gestern hingen über mir schwere, düstere Wolken – bleiern grau,
heute morgen strahlte der Himmel sonnig und in Frühlingsblau.
Gestern wurde ich von dunkler Angst geplagt,
heute habe ich sie ganz sanft verjagt.
Ich weiss doch nicht was morgen ist,
ob vielleicht jemand ein Herz für mich in eine Borke ritzt.
Ob ich mich wiederfind,  – vielleicht als Paar,
und jemand zärtlich streicht das Weiss aus meinem Haar?
Ob es vielleicht der laue Sommerwind ist?
Oder der Duft unseres Flieders?
– Was es tatsächlich sein wird, das mir das Leben lebenswert erhält
und fortwischt, was es jetzt von Zeit zu Zeit sehr bitter mir vergällt?
Ich will nicht Tapferkeit beschwören,
vielleicht wird kein Mensch je wieder zarte Worte von mir hören.
Was es auch sei,
ich bin zwar zögerlich, aber – trotz alledem – dabei.

Perle des Tages | Von heiligen Frauen…

Mit einer Gesine Palmer spräche ich wohl nie auf Augenhöhe, so sehr ich mich auch streckte. Wenn ich an sie heranreichen wollte, müßte sie sich schon sehr herabbeugen, damit ich ihr das Wasser reichen könnte. Hier belichtet sie recht anschaulich, was einem Menschen durch den Kopf schiesst, der nicht wie die Jungfrau zum Kinde kam und mit der verdrängenden Ansprüchlichkeit geheiligter Weiblichkeit mitten in den Herausforderungen des alltäglichen Wusts hadert. Eins ist nach der Lektüre klar, kollektive „wirs“ führen nicht zum Besseren, sondern markieren dürftig Exklusivität und die moralisierende Rechtfertigung der Privilegien der eingeschlossenen Zirkel: https://gesine-palmer.de/ave-maria-mundi-spes

Es war nur Stroh

Verratene Liebe schlug mir die schlimmsten Wunden.
In dunklen Nächten habe ich keinen Schlaf gefunden.
Das Weiterleben habe ich mir daraufhin sehr trotzig
und auch bitter abgerungen.
Die Leichtfertigkeit mit der der Schwur gelöscht
und die von Jahrzehnten so überhaupt nichts übrig läßt,
hat mich befremdet und entsetzt.
Und dann, weil es ganz ohne einen Abschied oder Übergang geschah,
in sprachlose Verstörung und betäubenden Schock versetzt.

Nur eins weiß ich nun, zum Glück,
es führt kein Weg zu uns zurück.
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