René Descartes – Meditation I – Zusammenfassung

nachfolgend ein kleiner Text vom vergangenen November –

FUB
Institut für Philosophie
WS 14/15
Seminar|Übung: SK Einführung in die theoretische Philosophie
 Übung 1: Zusammenfassung

Dozentin: Dr. phil. A. W.
, Teilnehmerin: Sabine Rahe. November 2014

René Descartes – Meditation I (überarbeitete Fassung 18.06.2015)

Woran man zweifeln kann

Als René Descartes in der Mitte des 17. Jahrhunderts seinen philosophischen Grundlagentext der sechs Meditationen verfasst, versucht er – nach meinem Verständnis – die dogmatisch-doktrinären und starren Sichtweisen der Philosophie seiner Zeit weiter zu entwickeln. Nicht zuletzt die neuen Vorstellungen des kopernikanischen Weltbildes hatten zum Zweifel an der subjektiven Erkenntnisfähigkeit des Menschen gegenüber der „objektiven“ Realität geführt. So unternimmt er den Versuch, genau diese tiefgreifende Erschütterung sinnvoll in einen angepassten Zugang zur Weltinterpretation zu integrieren.

Ich versuche hier eine Zusammenfassung der Ersten in ihrer Funktion als Einleitung zu den fünf weiteren Meditationen. Zunächst führt der altersweise Autor Descartes an die Überlegung heran, dass das zweifelnde Denken aus Vernunftgründen nicht nur legitimiert ist, sondern sogar geboten. Aus dieser Einsicht heraus greift er die denkerische Haltung des Zweifelns mit dem Ziel auf, durch das Zulassen der Skepsis zu etwas greifbar Unbezweifelbarem zu gelangen. Dies möchte er erreichen ohne sich gegen das Hinterfragen sofort mit gedanklichen Setzungen und oberflächlichen Annahmen zu wehren. Aus diesem Grund beschreibt er als Ausgangssituation für dieses Unternehmen Lebensumstände, die es ihm ermöglichen vom „Alltagsgeschäft“ des Handelns und Eingreifens in die Welt Abstand zu nehmen und sich weitgehend auf die Reflexion zu beschränken. Er schildert eine suchende und tastende Denkbewegung und begründet den Aufbruch zu dieser denkerischen Forschungsreise mit Verantwortung. Diese sieht er darin, für einen festeren, tragfähigeren und zukunftsfähigeren Halt in der Wissenschaft und dem Zugang zur Deutung der Welt zu sorgen.

Weiterlesen