179 | Kalter Hauch

Der kalte Hauch einer tristen Zeit
stapft eintönig auf uns zu.
Der Herzschlag aller anderen ist weit
und noch viel ferner bist mir Du.

Fröstelnd verschliesse ich die Tür
und hänge alle Fenster zu.
Die zugigen Lüfte werden ausgesperrt.
Der Wind heult vor dem Tor.

Im Dunkeln sitz ich vor dem kalten Licht
des Laptop-Monitors.
Eine Fruchtfliege kriecht
über das Glas mit dem Orangenlikör.

Auf der Strasse unten räuspert sich laut
ein vorbeigehender Passant.
Eine Autotür schlägt krachend zu.
Die Finternis steht früh am Tag ins Land.

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