175 | Drachenwetter und Himbeercreme

Als wir aus dem Bus stiegen,
das Feld zu umrunden,
verzogen sich die dunklen Wolken
und die bunten, anmutigen Drachen
standen hoch am strahlenden Himmel.

Wir schmeckten noch die süße Himbeercreme
vom Frühstück auf den Zungen
und hatten die Einkäufe erledigt.
Gedankenverloren stapften wir
auf den Trampelpfaden
in der Sonne nebeneinander her.

Südlich von uns rauschten die Autos
auf der Autobahn vorbei.
Es war warm.
Wir zogen unsere Mäntel aus
und hängten sie
über den Arm.

Verdrießlich schimpftest Du
mit mir, weil ich Dich bat,
aus Vorsorge – der Seuche wegen –
in nächster Zeit
etwas weniger Freunde zu treffen.

Aber in der Sonne schmolz die
schlechte Laune dahin und
schnell schwang zwischen uns
ein versöhnlicher Ton.

Als ich Dir erzählte,
dass in der Woche morgens
die Zeit nicht reichte,
nachdem ich meinen Kaffee
vorm Monitor getrunken hatte,
die Tasse weg zu räumen,
tadeltest Du mich,
statt mich gegen die Einsamkeit
an den Computer zu setzen
solle ich lieber Dich anrufen.
Du seist dann bereits wach
und ebenso einsam.
Ich war verblüfft
und mußte lächeln.

Zum Abschied verabredeten
wir uns wieder am Samstag
– in einer Woche. Wie schön,
dass es Dich gibt.

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