172 | Mahlwerk

Zermalmt liegen die Tage
des kurzen Jahres.
Gebeugt unter gelbem Oktoberlaub.
Die rasende Zeit mahlt
die Stunden zu Sekundenstaub.

Vom holden Gesang der Nachtigallen verführt
hofften wir im April auf die Glut lauer Nächte.
Doch der Sommer reichte
nicht über den September hinaus.

Für die finsteren Monde decken
wir uns mit den herabgefallenen Blättern zu
und horchen mit angehaltenem Atem
auf die Zeichen
erneut aufbrechender Knospen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*